Notizen: IV. Mitteilung über Insektenabwehrstoffe. Über das flüchtige Sekret vom Totenkäfer (Blaps mortisaga L.)

H. Schildknecht, H. Weis
1960 Zeitschrift für Naturforschung. B, A journal of chemical sciences  
Die Käfer der Gattung Blaps gehören zur Familie der Tenebrioniden und so verwundert es nicht, daß sie beim Anfassen ein stinkend flüssiges und zum Teil dampfförmiges Substanzgemisch von sich stoßen, in dem der Kenner schon allein nach dem Geruch Chinone vermutet. Werden die Käfer in der von uns beschriebenen Weise 1 abgesaugt, so erhält man bei Vorgabe von ; I «o o o Abb. 1. Chromatogramm des 2.4-Dinitrophenylhydrazin-Gemisches. Rf-Werte bezogen auf Toluchinon-Monohydrazon = 1. a: 0,06; b:
more » ... 1. a: 0,06; b: 0,15; c: 0,27; d: 0,35; e: 0,73; /: 1,00; g: 1,59; h: 1,98. Äthanol eine Lösung, die infolge der ihr eigenen UV-Absorption (Maximum bei 247 m/i) Chinone enthalten muß. Zwei Totenkäfer genügten für die Gewinnung von 0,12 mg Hydrazon-Gemisch bei Vorlage von 2.4-Dinitrophenylhydrazin-Lösung. Auf einem 15-35 cm großen, mit Formamid imprägnierten Papierstreifen (Schleicher & Schöll 2043 b) mit Benzol/Chloroform (1:1) absteigend 6 Stdn. lang in einer NH3-Atmosphäre Chromatographien, ergab das Gemisch das in Abb. 1 gezeigte Bild. Bei Pkt. 1 (Abb. 1) hatten wir die Hydrazone so wie sie gewonnen wurden aufgetragen. Nach unseren bisherigen Erfahrungen 2 konnte es sich nach Farbe und Anzahl der Flecken nur um die Hydrazone von zwei Benzochinonen handeln, die von geringen, mit Titanylschwefelsäure nicht mehr nachweisbaren Spuren von H202 begleitet waren. Denn bei Zugabe von Katalase zur 2.4-Dinitrophenylhydrazin-Lösung bildeten sich nur noch die isomeren Mono-hydrazone I und II des Toluchinons (Fleck e und f) und des Äthylchinons (Fleck g und h) aus (Pkt. 2), wie ein Vergleich mit den bei Pkt. 3 und Pkt. 4 aufgetragenen isomeren Hydrazonen der reinen Chinone ergab. %-NO» N-NH-N-NH-I N02 -no2 no2 R O R-II = CHS C2H5 Daß diese beiden Benzochinone sicher in dem Abwehrsekret vorkommen, konnte auch mit anderen, aufsteigenden Chromatogrammen im System /so-amyläther/ Cyclohexan (1 :4) bewiesen werden und schließlich noch durch eine uv-spektroskopische Untersuchung der eluierten Flecken. In Abb. 2 ist die Absorptionskurve 2,0r Mj 12 / / \ / 200 250 300 350 150 WO X [mfj] Abb. 2. UV-Absorptionskurve des Monohydrazons vom Toluchinon und Äthylchinon in Äthanol. Max: 204 und 408 mfi. für das Toluchinon-monohydrazon (II) dargestellt. Vollkommen gleich verläuft diejenige für das Äthylchinonmonohydrazon. Auch der Totenkäfer speichert seine Abwehrstoffe in Pygidialdrüsensäcken 3 , aus denen er auf einmal 20 bis 25 y Chinone abgeben kann. Der Deutschen Forschungsgemeinschaft danken wir für Sachbeihilfen. # III. Mitt. s. Z. angew.
doi:10.1515/znb-1960-0311 fatcat:eqc7f4n63rbabo54axybgcc3ry