Francia-Recensio 2010/4 Frühe Neuzeit-Revolution-Empire (1500-1815)

Marcello Bonazza, Reinhard Stauber
unpublished
(a cura di), Ceti tirolesi e territorio trentino. Materiali dal Landschaftliches Archiv die Innsbruck. 1722-1785, Bologna (Società editrice il Mulino) 2008, 418 p. (Fondazione Bruno Kessler. Annali dell'Instituto storico italo-germanico in Trento Fonti, 7), ISBN 978-88-15-12721-1, EUR 26,00. rezensiert von/compte rendu rédigé par Carolin Wirtz, Bonn Der vorliegende Regestenband entstand als Teil eines größeren, seit 2001 laufenden Projektes mit dem Titel »Trento fra Nord e Sud, fra Roma e
more » ... (sec. XI-XVIII)«. Der Schwerpunkt der Forschungen liegt dabei im historisch-archivischen Bereich, was bedeutet, bisher nicht veröffentlichtes Archivmaterial für Interessenten komprimiert zugänglich zu machen. Das Projekt ist dem ehemaligen Kulturinstitut von Trient (Istituto Trentino di Cultura), der heutigen Stiftung Bruno Kessler, angegliedert. Das wissenschaftliche Komitee, das dieses Projekt betreut, und aus den Historikern Giorgio Cracco, Marco Bellabarba und Reinhard Stauber besteht, entschloss sich, den Forschungsschwerpunkt auf die politische Kommunikation zwischen dem Fürstbistum Trient und der Grafschaft Tirol in der Neuzeit zu legen. Daher fiel die Wahl der zu bearbeitenden Bestände auf die Akten des »Tiroler Landtags«, da dieser die politische Vertretung des »Landes« war. Das Buch ist der zweite Band einer Regestenreihe, die das Ergebnis, der im Rahmen dieses Projekt geführten ausgiebigen Quellenforschungen im Tiroler Landesarchiv in Innsbruck ist. 2006 erschien der erste Band, der Regesten der Akten der Jahre 1413-1790 beinhaltet. Der Regestensammlung sind zwei einleitende Aufsätze vorangestellt, welche die historische Situation, in der die Akten entstanden, schildern, deren Quellenwert erläutern und den gewählten Zeitraum abgrenzen. Der erste Beitrag von Reinhard Stauber befasst sich mit der ständischen Verfassung Tirols und des Fürstbistums Trient im 18. Jahrhundert. Zunächst beleuchtet er die verfassungshistorische Vorgeschichte seit dem frühen 16. Jahrhundert. 1511 verband Kaiser Maximilian durch den Erlass des sogenannten »Landlibells« die Fürstbistümer Brixen und Trient aus fiskalischen Gründen eng mit der Grafschaft Tirol, was insbesondere zur Deckung von Militärkosten dienen sollte. In der folgenden Zeit führte dies immer wieder zu Streitigkeiten und zu mehreren steuerlichen Umstrukturierungen, in denen die Deckung von Kriegskosten eine zentrale Rolle spielte. 1719-1723 wurde eine neue große Reform der ständischen Einrichtungen und des Steuersystems in Tirol durchgeführt, zu denen auch die Erstellung eines neuen Katasters gehörte. Zu einer letzten größeren Reform kam es 1774. Der zweite einleitende Aufsatz von Thomas Paringer trägt den Titel »Neue Institutionen, neue Quellen. Ordnung, Entstehung und Dokumentation der ständischen Aktivitäten in Tirol«. Er stellt den ausgewählten Quellenbestand aus dem Tiroler Landesarchiv in Innsbruck vor und bewertet seine historische Bedeutung. Diese besteht nicht allein darin, dass die Quellenstruktur die Struktur der Institutionen widerspiegelt. Auch für die Geschichte des Tiroler Territoriums als Gesamtheit, für die Lizenzhinweis: Dieser Beitrag unterliegt der Creative-Commons-Lizenz Namensnennung-Keine kommerzielle Nutzung-Keine Bearbeitung (CC-BY-NC-ND), darf also unter diesen Bedingungen elektronisch benutzt, übermittelt, ausgedruckt und zum Download bereitgestellt werden. Den Text der Lizenz erreichen Sie hier: http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/de
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