Bismarcks Briefe an seine Gattin aus dem Kriege 1870/71

J. Schwalbe
1915 Deutsche Medizinische Wochenschrift  
ein kleines edenk blatt zum 1OOhrigenGeburtstage des Begrüiiders des deutschen Reiches möchteichheute. am 1. April, einige Stellen aus den Briefen, die Bismarck an seine Frau vom Schauplatz des deutsch-französischen Krieges gerichtet hat, wiedergeben, obwohl sie nur wenig Medizinisches enthalten und dieses Wenige .-r. B. die Aeußerungen über die Verwundung seines Sohnes Herbertnicht gerade bemerkenswert ist. Jede Erinnerung an unseren Nationaiheros erweckt gerade in dieser Zeit besonders
more » ... it besonders lebhaftes Interesse, in dieser Zeit, wo wir die Schöpfung, die wir seinem überragenden Genie verdanken, gegen eine Welt von Feinden verteidigen müssen, wo wir um unsere Existenz einen Kampf kampfen, in dem wir -gestehen wir es offen ein -seine gewaltige diplomatische Kraft und seine herrschende Autorität schmerzlich vermissen. Die Briefe, die Bismarck au seine Frau geschrieben hat, haben für una einen besonderen Reiz, weil sie den Menschen in ihm unverhüllt von staatsmannischen Gewändern hervortreten lassen diese Briefe waren völlig intim", von einem Manne an seine Frau geschrieben, ohne jeden Gedanken daran, daß sie von einem Dritten gelesen, geschweige denn je veröffentlicht werden würden, oft flüchtig in Minuten hingeworfen. Deshalb enthalten sie auch nicht wenig respektlose" Bemerkungen über sehr hochgestellte Persönlichkeiten und recht sati-
doi:10.1055/s-0029-1191063 fatcat:clwj4saapjaa5gngxm7o6umonu