Holzerntekosten und Mindererlöse bei verschiedenen Rückegassenabständen in Fichtenbeständen

Fritz Frutig, Oliver Thees, Peter Ammann, Peter Lüscher, Peter Rotach
2016 Schweizerische Zeitschrift für Forstwesen = Swiss Forestry Journal  
Das flächige Befahren des Waldbodens mit Holzerntemaschinen ist zu vermeiden, denn nur so kann das Risiko von Beeinträchtigungen auf bestimmte Fahrlinien, die Rückegassen, beschränkt werden. Da grössere Rückegassenabstände zu höheren Erntekosten führen, werden insbesondere bei vollmechanisierten Holzernteverfahren eher geringe Gassenabstände gewählt. Ein Gassenabstand von 20 m erlaubt bei einer Kranreichweite des Vollernters von 10 m eine flächendeckende vollmechanisierte Aufarbeitung. Durch
more » ... arbeitung. Durch die Anlage der Gassen geht aber Produktionsfläche verloren, und die Randbäume können durch das Befahren und die Verdichtung des Bodens Zuwachseinbussen erleiden. Beschädigte Wurzeln können zudem von Pilzen befallen werden, was langfristig zu Stammfäule und damit zu Wertverlusten führt. Grössere Gassenabstände führen zu höheren Erntekosten und in der Regel zu grösseren Schäden am verbleibenden Bestand, da ein Teil der Bäume zugefällt oder vorgerückt werden muss. In diesem Beitrag werden für einen Fichtenreinbestand der Bonität 28 die Auswirkungen verschiedener Gassenabstände analysiert und hierzu verschiedene Szenarien der Beeinträchtigung des Bodens und des Bestandes verwendet. Die Kalkulationen zeigen, dass die Mindererlöse infolge von Produktionseinbussen und Wertverlusten über eine gesamte Umtriebszeit eines Bestandes bedeutend sein können und dass es sich langfristig lohnen kann, grössere Gassenabstände zu wählen und damit kurzfristig höhere Holzerntekosten in Kauf zu nehmen. Optimal dürften Gassenabstände von 30 bis 50 m sein.
doi:10.3188/szf.2016.0064 fatcat:nr26ibancfc2jjgkdiamj227tq