Die Wanderung des Glykogenes unter dem Einflüsse des elektrischen Stromes

Z. Gatin-Gružewska
1904 Pflügers Archiv: European Journal of Physiology  
Es war interessant zu untersuchen, wie sich das Glykogen unter dem Einflusse des elektrisehen Stromes verhiilt. Die ersten derartigen Versuche mit den Collo'iden hat C o e h n 1) und v. E u 1 e r durchgeft~hrt. Sie haben gefunden, dass Tannin, Caramel und Sti~rke unter dem Einfiusse des elektrischen Stromes siimmtlich zur Anode wandern. Ich babe meine Versuehe mit dem hpparat yon Coehn ~) ausgefiihrt. Eine Spiegelglasplatte (11X 14 cm) ist an zwei Stellen durehbohrt. In den Durchbohrungen sind
more » ... wei Arme eines kurzen U-Rohres yon 5--6 cm HShe eingeschliffen. In zwei kleinen Spiegelglasplatten sind zwei 15--16 cm lange Ri)hren eingekittet. Die kleinen G]asplatten kOnnen auf der grossen Spiegelglasplatte verschoben werden, und zwar derart, dass die Oeffnungen der oberen P]atten genau mit denselben der unteren zusammenfallen. Das U-Rohr ist yon 2 cm Durchmesser und kann mit ungefi~hr 100 ecm Flt~ssigkeit beschickt werden. Die Glasplatten sehliessen ganz dicht ab, besonders wenn man sie mit ein wenig Fett iiberzieht. Nach dem Ablauf des Versuches kann man die oberen Theile des U-Rohres verschieben und die Flrlssigkeit in denselben untersuchen. In den beiden ersten Versuchen wurde das ganze U-Rohr mit 100 ccm einer ungefi~hr 1,5% igen GlykogenlSsung geftillt, in jedes Rohr eine Platinelektrode 1--2 cm tief eingetaucht und ein Strom yon 70 Volt durchgeleitet. Schon naeh einer Stunde sieht man 1) Ueber elektrische Wanderung yon Colloiden. Zeitschr. f. Elektrochemie 1897/98 It. 2. 2) Ein Beitrag zur Oxoniumtheorie. Berichte d. deutsch, chem. Gesellsch. 1902 S. 2673--2677.
doi:10.1007/bf01678307 fatcat:ojchd7vftnby3jvyssv74qwnoi