Die Studienreise des nachmaligen Jenenser Professors Krause (1666—1670)

W. Fischer-Defoy
1910 Deutsche Medizinische Wochenschrift  
Vom Mittelalter an bis ins Ende des XVII. Jahrhunderts hinein zog es den deutschen Gelehrten auf seinem Studienwege ins Ausland. Der Hauptgrund war wohl der, daß sich die deutschen Universitäten erst viel später entwickelten als die ausländischen und nicht, wie z. T. diese, aus freien wissenschaftlichen Vereinigungen hervorgegangen waren, sondern in der Regel einem Fürsten ihre Entstehung verdankten, dessen Nachfolger oft nicht die pekuniäre Unterstützung in der gewünschten Weise leisten
more » ... eise leisten konnten. Schon im XIII und XIV. Jahrhundert galten Bologna und Paris als Hochburgen der Rechtswissenschaft, die der deutsche Rechtslehrer besucht haben mußte, um anerkannt zu werden, und wie viele deutsche Geschlechter zumal unter den Bologneser Studenten früher vertreten waren, davon legen noch heute die zahlreichen Wappenschilder im Hofe der Universität Zeugnis ab. Unter den Aerzten kamen solche Studienreisen ins Ausland, entsprechend dem späteren Aufblühen des Standes, erst etwas später auf. Meistens waren italienische Universitäten ihr Ziel. Dort hatten deutsche Studierende verschiedentlich besondere Vorrechte, z. B. in Padua, wo sie unter 25 Nationen den Vorrang einnahmen und allein von allen einen Degen in den Versamm. lungen tragen, auch bei geringeren Delikten nicht verhaftet werden durften. Bei den medizinischen Universitätsprofessoren wurden die Auslandsreisen fast obligatorisch. Unter den medizinischen Professoren der 1558 gegründeten Universität Jena gab es wenige, die ihre Studien ausschließlich im Inlande gemacht hatten. Johannes Schroeter Dieses Dokument wurde zum persönlichen Gebrauch heruntergeladen. Vervielfältigung nur mit Zustimmung des Verlages. M. J0. Gasp a ris Z e u mecí Vitae Professorum etc. qui in illustri academia Jenensi ab ipsius fundatione ad nostra usque tenipora vixerunt et adhuc vivunt. Jenae Inspensis J0. Felt eis Bi ele k ii VlDCCXI. Diesem Werke sind auch die folgenden Angaben entnommen. Die Daten sind folgenden Schriften entnommen 1. Zeumer s. o.; 2. Bartholomae, Christiani Richardi, Commentatio de Vita et Scriplis Professoruin
doi:10.1055/s-0028-1142587 fatcat:eeq22ngd2rb77gh6cozjag7dfq