Die Behandlung der Schwerhörigkeit nach Mittelohrerkrankungen mittels Diathermie (Otothermie)

Edmund Pogány
1913 Deutsche Medizinische Wochenschrift  
krankheiten in Budapest. Daß Wärme bei chronischen Mittelohrerkrankungen, nach Adhäsionsprozessen im Mittelohre (serösen und eitrigen) Gutes leisten kann, ist schon sehr lange bekannt. Schwitzkuren (Pilokarpin in erster Reihe), elektrische Schwitzapparate (zum Teil nur auf den Kopf wirkende) sind überall in Gebrauch. Zwar hat Hamm als Erster die Diather mie in der Otiatrie verwandt, sein an sieh gut verwertbarer Apparat leistet aber nichts Besonderes. Dazu kommt, daß seine Diagnose nicht exakt
more » ... agnose nicht exakt genug ist. Er erwähnt z. B. nicht die Labyrinthitis serosa und luetica oder andere Affektionen des schallempfindenden Apparates, wo man mit innerlicher Wärme und nur mit Wärme sehr Gutes leisten kann. Er spricht von Mittelohrkatarrhen (aber nicht von chronischen). Im einzelnen habe ich folgendes zu bemerken: Im ersten Fall fand Hamm am linken Ohr ein in der ganzen Fläche stark entzündetes Trommelfell, das keine Enizelheiten erkennen ließ, dabei stark "herabgesetztes Hörvermögen". Das ist eine Otitis media acuta sinistra. Wie der Patient hörte (wie viel in Zentimetern und wie der Stimmgabelbefund war) gibt er nicht an. "Die Behandlung mit Luftdusche wurde fortgesetzt, aber ohne Erfolg" -natürlich, warum machte er keine Parazentese?? Mit Luftdusche kann man ein seröses oder gar eitriges Exsudat nicht heilen. Dann soll nach dreimonatiger Behandlung mit Otothermie völlige Heilung eingetreten sein. Wie weit aber schließlich das Hörvermögen wiederhergestellt war, ist nicht gesagt. Fall 2. Der alte Patient hatte ein Otitis media purulenta muta 1. dextri, die vollständig geheilt geworden ist. (In vier Wochen nach Aufhören der Eiterung.) Das kommt jeden Tag vor, ohne daß man vier Wochen lang Otothermie anwendet. Dieses Dokument wurde zum persönlichen Gebrauch heruntergeladen. Vervielfältigung nur mit Zustimmung des Verlages. 6. NoveñThe'r 1913. Fall 3. A. R., 19 Jahre alt. Wie viel Patient vor und wie viel er nach der Behandlung hörte, schreibt Hamm nicht. Er hatte ein Rezidiv, genau wie nach den alten Methoden (Katheter, Politzersches Verfahren etc.). Fall 4. Sch., Kaufmann, 20 Jahre alt. Das Resultat der Behandlung war nicht derart, daß darum Otothermie notwendig wäre. Fall 5. K., 63 Jahre alt. Dr. Hamm schreibt nur von Besserung, die wieder schwand. So darf ein Spezialist nicht schreiben.
doi:10.1055/s-0028-1128877 fatcat:a6mbpzyx2baddenuvp5in2yrvm