Über das Vorkommen von Albumosen im Blute

Emil Abderhalden, Carl Oppenheimer
1904 Hoppe-Seyler´s Zeitschrift für physiologische Chemie  
Embden und Enoop 1 ) und später Langstein 2 ) haben entgegen den Befunden von Neumeister 3 ) im normalen Blute Albumosen resp. Verbindungen festgestellt, welche nach Entfernung der koagulablen Eiweißkörper durch die Biuretreaktion nachzuweisen sind. Dieser Befund ist für die Auffassung der Resorption der Eiweißkörper im Darme von Bedeutung. Jedem, der sich viel mit der Entfernung von Eiweißkörpern aus Blutserum und Blutplasma durch Hitzekoagulation beschäftigt hat, ist es geläufig, wie
more » ... äufig, wie außerordentlich schwer es gelingt, die letzten Spuren Eiweiß zu entfernen. Es erschien uns nicht ausgeschlossen, daß der albumoseähnlichen Substanz der Koagulation entgangene Eiweißkörper zugrunde liegen könnten. Zahlreiche sorgfältig durchgeführte Versuche haben ergeben, daß im Plasma sich in keinem FaJJe nach vollständiger Entfernung der koagulablen Eiweißkörper Biuretreaktion nachweisen ließ. Untersucht wurde Plasma von Pferd (3), Kaninchen (3), Hund (5), Rind (1) und Meerschweinchen (1). Zur Abscheidung der Eiweißkörper wurde das Plasma mit dem zehnfachen Volumen 10°/oiger Kochsalzlösung verdünnt, ganz schwach mit sehr verdünnter Essigsäure angesäuert, sodaß die Reaktion auch nach dem Erhitzen noch schwach, aber deutlich sauer war, und *) Gustav Embden und Franz Knoop, Über das Verhalten der Albumosen in der Darmwand und über das Vorkommen von Albumosen im Blute. Beiträge zur ehem. Physiol. und Pathol., Bd. III, S. 120, 1902. 8 ) Leo Langstein: Über das Vorkommen von Albumosen im Blute. Ebenda. Bd. III, S. 373, 1902.
doi:10.1515/bchm2.1904.42.1-2.155 fatcat:26eymuwuzbek5ac3z6n3ystu5e