Ueber das ponderomototrische Elementargesetz*)

1881 Journal für die Reine und Angewandte Mathematik  
Einleitung. Ubwohl die Gesetze der ponderomotorischen und elektromotorischen Wirkungen zwischen beiderseits geschlossenen Stromringen, so wie sie in den F. Neumannschzn Potentialformeln ihren einfachsten Ausdruck finden, als experimentell bewiesen betrachtet werden können, bleiben über die beiden elektrodynamischen Elementargesetze, das ponderomotorische und das elektromotorische, immer noch verschiedene, einander ausschliessende, Voraussetzungen möglich, die, was die Erklärung der bis jetzt
more » ... ng der bis jetzt wahrgenommenen Thatsachen betrifft, als gleichberechtigt angesehen werden können. Aufgabe der vorliegenden Arbeit ist es nun, für das ponderomotorische Gesetz zu untersuchen, wie weit sich diese Unbestimmtheit erstreckt, das heisst, eine allgemeine, mit unbestimmten Functionen behaftete Theorie aufzustellen, die sich keine anderen Voraussetzungen erlaubt als solche, die experimentell geprüft oder wegen ihrer inneren Wahrscheinlichkeit in allen bis heute aufgestellten Theorien angenommen worden sind. Durch Hinzufiigung zweckmässiger Hypothesen wird diese allgemeine Theorie dann nach Belieben in jede der specielleren Theorien übergehen können. Die Aufstellung einer solchen Theorie ist zwar von Stefan**) und später von Maxwell***) versucht worden, dabei ist aber auf mögliche Kräftepaar-*) Vorliegender Aufsatz ist eine Umarbeitung einer in die Abh. d. Kon. Niederl. Akademie (1879) aufgenommenen Schrift. Bei dem Versuche, der mathematischen Darstellung eine gedrängtere und mehr symmetrische Gestalt zu geben, sind mir die der ursprunglichen Abhandlung hinzugefügten Bemerkungen des Herrn Prof. van der Waals sehr nützlich gewesen.
doi:10.1515/crll.1881.90.49 fatcat:e3evdarmczh4ddjj4is4s3gqxa