Larvierte Form einer Malaria in malariafreier Gegend

1914 Deutsche Medizinische Wochenschrift  
Nach Ruge ist Malaria in Europa anzutreffen: in den russischen Ostseeprovinzen, in Südschweden, Nordwestdeutsch]and (namentlich in der Umgebung von Emden) und in Holland, während man im südlichen Europa schon stark durchseuchte Gebiete vorfände. Für Deutschland wird der Nordwesten besonders bezeichnet. Strü mpell gibt in seinem Lehrbuch für innere Erkrankungen an, daß die gewöhnlichen Formen des Wechselfiebers an zahlreichen Orten Deutschlands (vor allem an den Uferländern der Nord-und Ostsee,
more » ... r Nord-und Ostsee, ferner in den Flußniederungen der Weichsel, Oder, Elbe und anderer Flüsse) häufigur vorkä men. Der Großstadtarzt wird im allgemeinen selten in der Lage sein, frische nichttropische Malariafälle zu beobachten, bei uns in den Hafenstädten kommen dem Arzte meistens alte Fälle tropischer Formen in die Hände. Die Sanierung der Niederungen hat die Bedingungen, die das Wechselfieber zu seiner Entwicklung benötigt, vernichtet. Man wird deshalb bei akuten fieberhaften Erkrankungen a priori weniger an Malaria zu denken brauchen. Im vorliegenden Fall handelt es sich um eine Malariainfektion bei einem kräftigen Tischler, der nach Angabe sich vorher nie in Malariagegend aufgehalten hatte und bei dem die Ansteckung sich in einer von Malaria sonst völlig freien Gegend entwickelt zu haben scheint. Er wohnte zur Zeit der Beobachtung in Ottensen, einem zum Altonaer Gebiet g&hörigen Stadtteil Man könnte lediglich daran denken, daß während der Militärdienstzeit des Erkrankten in Wilhelmshaven vielleicht eine Inîektionsgelegenheit bestanden habe, doch liegt die An-1-10 Heruntergeladen von: NYU. Urheberrechtlich geschützt.
doi:10.1055/s-0029-1190441 fatcat:awpyxmtsmfd3jjw7tnpow2wyna