Nichts wie weg? Ursachen der Programmflucht

Andreas Fahr, Tabea Böcking
2005 Medien & Kommunikationswissenschaft  
Andreas Fahr / Tabea Böcking Fernsehnutzung wird in der Kommunikationswissenschaft in der Regel als proaktive Zuwendung modelliert: Rezipienten nutzen Medien, um Gratifikationen zu erhalten und ihre Bedürfnisse zu befriedigen. Ein laufendes Programm wird so lange gewechselt, bis der individuelle Nutzen optimiert ist. Wenig Aufmerksamkeit wurde bislang Vermeidungsursachen während der Fernsehnutzung geschenkt. Der vorliegende Beitrag nimmt diese Perspektive ein und interpretiert Programmwechsel
more » ... t Programmwechsel auch als reaktive Schadensminimierung. Das klassische Gratifikationsdiskrepanzmodell wird um die Fluchtperspektive ergänzt und auf Basis kognitions-und emotionspsychologischer Erkenntnisse reflektiert. Die darauf aufbauende empirische Studie belegt vor allem das Erleben negativer Emotionen (Abscheu, Niedergeschlagenheit/Distanzverlust, Ärger, Furcht) sowie Langeweile und mangelnde Authentizität als Anlass von Programmflucht.
doi:10.5771/1615-634x-2005--5 fatcat:oue4nkmj6bg2tlnel37szka5ja