Ueber Darmbewegung und Darmform1)

G. Bergmann, G. Katsch
1913 Deutsche Medizinische Wochenschrift  
und L Iiatsch. M. H. ! Der Wunsch, über Befunde zu berichten oder richtiger, Ihnen solche zu demonstrieren, beruht auf der unmittelbaren Wahrnehmbarkeit dessen, was wir gefunden haben, frner schien es uns als die Fortsetzung dessen, was der eine von uns (y. Bergmann) über die grollen Kolonbewegungen früher vor diesem Kreise gezeigt hat, erwünscht, gerade Ihnen diese Fortsetzung zu bringen.2) Es ist bekannt, wie gerade die Klinik der Darmkrankheiten tiefgreifende IJmgestaltungen durchmacht,
more » ... en durchmacht, nicht zum mindesten als Folge der geänderten Vorstellungen über das Funktionieren des Dickdarms. Seine Motilität und deren Abhängigkeit vom nervösen Apparate muß immer mehr auch für klinische Probleme als wesentlich Berücksichtigung finden. Die letzten Jabre haben in diesem Sinne nicht nur an alte klinische Prägungen, wie z. B. dem der atonischen und spastischen Stuhiverstopfung, Kritik geübt, sie haben versucht, neue funktionelle Begriffe neben topischen Klassifizierungen, z. B. gerade wieder beim Obstipationsproblem, durchzuführen (Dyschezie, Obstipation vom Ascendens-Typus, hypokinetische, dyskinetische Form der Obstipation etc. ). Daneben wurde, mehr losgelöst vom eigentlichen Obstipationsbegriff, die Typhiatonie aufgestellt, vom Coecum mobile geschrieben. Auch die Vorstellung des Spasmus gewinnt mit der Unterscheidung spastischer Diarrhöen als Gegenstück zu spastischer Obstipation eine geänderte Anwendbarkeit. Dies nur wenige Schlagworte der Klinik, um eine fast revolutionär scheinende Umwertung alter Begriffe anzudeuten, Umwertungen, die, wie andere beste klinische Umwertungen, aus Ergebnissen der Physiologie hervorgegangen sind, dadurch zum großen Teil, daß die Darmbewegung, vor allem die Dickdarmbewegung, und ihre zugehörige Innervation durch neuere Methodik erforschbar wurde und studiert ist. Gerade diesen Fortschritten des funktionellen Kennens des Darmes gegenüber hat die Klinik die Aufgabe der Anpassung. ist es da nicht reaktionär, daß sie noch einmal
doi:10.1055/s-0028-1128554 fatcat:mgtzojluhvczjbr5tlq6vcj3gm