Die Außenpolitik Frankreichs im Kosovo

Jan Sisko
2009 unpublished
Die Arbeit umfasst im Wesentlichen eine Analyse der Beziehungen Frankreichs zum Balkanraum im Verlaufe der Geschichte und deren Auswirkungen auf dessen Politik während der Kosovo-Krise sowie eine Analyse der Akteure, die Einfluss auf die konkrete Außenpolitik im Kosovo nehmen und deren Vernetzungsstruktur. Ausgangspunkt der Betrachtungen ist der "Mythos" der serbisch-französischen Waffenbrüderschaft, der am Beginn des 20. Jahrhunderts seinen Ausgang nimmt. Seine Entwicklung, seine diskursive
more » ... realpolitische Bedeutung, die im Zuge der jugoslawischen Zerfallskriege in den 90er-Jahren des letzten Jahrhunderts im Abnehmen begriffen ist, werden herausgearbeitet. Die Struktur der außenpolitischen Aktion Frankreichs wird fußend auf der Spinnennetztheorie John Burtons erläutert, welche wiederum angelehnt an die Systemtheorie Luhmanns, den Staat als einen unter mehreren Akteuren begreift, die Außenpolitik betreiben. Medien, NGOs, transnationale Konzerne und internationale Institutionen üben wesentlichen Einfluss auf die Entwicklungen im internationalen System aus. Die Rollen dieser Akteure und ihr Verhältnis untereinander, während der französischen Intervention im Kosovo, sind ein Hauptaspekt der Arbeit. Hervorzuheben ist die Existenz, eigens eingerichteter Institutionen, die zur Koordination der Aktivitäten und der Aufrechterhaltung des staatlichen Einflusses dienen. Insgesamt wird versucht den französischen Beitrag zur Neugestaltung des Balkanraumes ganzheitlich zu erfassen.
doi:10.25365/thesis.7959 fatcat:llkxq3dskvgjhli2ed6u254nre