Fünfte Mitteilung1) über von Behrings Diphtherie-Vakzin

K. Kissling
1913 Deutsche Medizinische Wochenschrift  
d. J. habe ich mit dem mir von Exzellenz y. B e hring zur Verfügung gestellten Diphtherieschutzmittel bei 310 Menschen, meistens Kindern, Immunisierungsversuche ausgeführt. In erster Linie wollte ich praktisch den Nutzen der aktiven Immunisierung mit dem y. Behringschen Vakzin erproben, und so habe ich zunächst nur bei diphtheriegefährdeten Personen Immunisierungsversuche vorgenommen, wozu sich mir reichliche Gelegenheit bot. Die zurzeit hier herrschende, verhältnismäßig ausgedehnte
more » ... edehnte Diphtherieepidemie macht es verständlich, daß wiederholt in verschiedenen Krankensälen, namentlich der Infektionsabteilungen, Diphtheriefälle vorkamen oder eingeschleppt wurden. Dadurch war ich in der Lage, auf ganzen Krankenabteilungen, die diphtheriegefährdet waren, sämtliche Kranke zu immunisieren. Insbesondere hat Herr Schottmüller mit großem Entgegenkommen seine Scharl achabteilung zur Verfügung gestellt ; auf dieser war wiederholt Diphtherie eingeschleppt worden und hatte zu .Hausinfektionen Veranlassung gegeben. Außerdem wurden Immunisierungen vorgenommen auf der Masern-, Keuchhusten-, einer Säuglingsabteilung, auf einem Pavillon, der mit innerlich-kranken Knaben belegt war, und weiter auf einer Baracke mit innerlich-kranken Männern ; auf allen Abteilungen nur, nachdem dort Diphtherieerkrankungen vorgekommen waren. Zur Verwendung gelangte ausschließlich die Marke M. M. I. des Schutzmittels in fünffacher Verdiinnung. Die eingespritzten Mengen schwanken zwischen 0,1 und 0,3 ml ; mehr als 0,3 ist niemals gegeben. Bei den ersten 199 Fällen
doi:10.1055/s-0028-1128985 fatcat:ytpvarhi2fclfbjwlgh5zww2wa