IV. Die Bannleihe im Sachsenspiegel

Philipp Heck
1916 Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte Germanistische Abteilung  
260 Hans Fehr, Die Staatsauffassung Eikes von Repgau. .... sub spe uberioris gratiae obtulit sibi vexilla quinqué in signum subiectionis, sperans sibi eadem vexilla cum terris quas resignaverat incontinenti restitui. Rudolfus vero .... Otakaro vexilla duo restituit cum terris Bohemiae et Moraviae." König Rudolf gibt dem Ottokar die Länder Böhmen und Mähren mit je einer Fahne. In den "terris" sind die Hoheitsrechte Inbegriffen. Übersehen wir die vier Entwicklungsstufen, so ergibt sich für die
more » ... ibt sich für die Bedeutung der Fahne als Verleihungssymbol: Sie tritt zuerst auf als Heerfahne, wandelt sich dann zur Gerichtsfahne, später zur Hoheitsfahne (d. h. zum Symbol, unter welchem Hoheitsrechte aller Art übertragen wurden) und erlangt Ende des 13. Jahrhunderts immer mehr den Charakter einer Landfahne, d. h. einer Fahne, in der ein Territorium mit allen Rechten übertragen werden konnte.
doi:10.7767/zrgga.1916.37.1.260 fatcat:mhbjp2rexfepxlbnyr2ufsn4ga