Ueber die Reduction des Cholesterins zu Koprosterin im menschlichen Darmkanal

Paul Müller.
1900 Hoppe-Seyler´s Zeitschrift für physiologische Chemie  
Unter dem Namen «Koprosterin» hat Bondzynski 1 ) zuerst einen cholesterinartigen Körper beschrieben, welcher einen regelmässigen Bestandtheil der normalen menschlichen Faeces bildet, und welcher, wie weitere im Verein mit Humnicki 2 ) angestellte Untersuchungen ergaben, als ein Reductionsprodukt des Cholesterins, nämlich als ein Dihydrocholesterin angesprochen werden muss. Dasselbe unterscheidet sich in einigen nicht unwesentlichen Punkten von seiner Muttersubstanz : es krystallisirt in langen
more » ... allisirt in langen feinen Nadeln, ist, im Gegensatz zum Cholesterin, leicht löslich in kaltem absoluten Alkohol, seine Lösung ist rechtsdrehend, ([a] D = + 24°). Die gewöhnlichen Farbreactionen des Cholesterins zeigt der neue Körper zwar, aber mit einigen geringen Abweichungen. Ferner besitzt derselbe nicht, wie das Cholesterin, die Fähigkeit, Brom oder Jod zu addiren, und schmilzt schon bei 95-96°, während der Schmelzpunkt des Cholesterins bekanntlich bei 145° liegt. Inwieweit dieser neue Körper mit dem von Flint schon in den sechziger Jahren beschriebenen Stercorin identisch ist, wollen wir hier nicht untersuchen und verweisen diesbezüglich auf die in dieser Zeitschrift geführte Controverse der Autoren. Jedenfalls geht aus Flint's erster Beschreibung seines Stercorins soviel hervor, dass es sich um einen, die Farbreactionen des Cholesterins darbietenden Körper handelte, der,
doi:10.1515/bchm2.1900.29.2.129 fatcat:kydiakrjhzfcnkjuv4jvvkt5xe