Die Doppeldaten der aramäischen Papyri von Assuan

Ed. Mahler
1912 Zeitschrift für Assyrologie und Vorderasiatische Archäologie  
Die Bedeutung der im Jahre 1904 in Assuan zutage gekommenen aramäischen Papyri für die Sprachwissenschaft und Kulturgeschichte ist nicht nur von den ersten Herausgebern derselben: A. H. SAYCE und A. E. COWLAY 1 ) eingehend erörtert worden, auch andere hervorragende Fachmänner haben sie zum Gegenstand eingehender Untersuchungen genommen, sodaß wir dafür bereits über eine stattliche Literatur verfügen. Im Rahmen dieser Zeitschrift hat ihnen TH. NöLDEKE einen sehr wertvollen Artikel gewidmet; 2 )
more » ... ikel gewidmet; 2 ) E. SCHÜRER nahm Anlaß, sie in der Theologischen Literaturzeitung$) zu besprechen; sehr dankenswerte Winke verdanken wir der Feder M. LlDZBARSKi's; 4 ) auch F. SCHULT-HESS, 5 ) L. FREUND 6 ) u. A; haben diesen Dokumenten ihre Aufmerksamkeit geschenkt. Aber nicht nur in sprachwissenschaftlicher und kulturhistorischer Beziehung sind die Papyri näher gewürdigt \vorden, auch die in ihnen auftretenden Doppeldaten fanden von verschiedenen Seiten Beachtung und Würdigung, da sie Aufschlüsse über das Kaienderwesen bei 1) Aramaic Papyri discovered at Assuan. London 1906. 2) Die aramäischen Papyri von Assuan. ZA XX, 130-150. 3) Theol. Lit.-Ztg. 32. Jahrg. 1907, i-7. 4) Deutsche Lit.-Ztg^ 1906, Sp. 3205-3215. 5) Gotting. Gel. Anzeigen^ 1907, Nr. 3. 6) Bemerkungen zu Papyrus G des Fundes von Assuan. WZKM Bd. XXI, p. 169-177. Brought to you by | Nanyang Technolog Authenticated Download Date | 5/31/15 12:08 (\2 E<l. Mnhlrr den Juden im . vorchristlichen Jahrhundert zu bieten vermögen. Da ist vor allen SCHÜKEK 1 ) zu nennen, der neun der hier auftretenden Doppeldatcn seine Aufmerksamkeit srhenkt, um mit deren Hilfe den Charakter des judischen Kaieinders in vorchristlicher Zeit zu bestimmen; dann kommt J. K. FOT HERING H AM, 2 ) der mit astronomischem Aufwand an die Rekonstruktion dieser Doppeldaten herantritt; L. BEL-LELI 3 ) widmet dieser Untersuchung ein ganzes Buch, und F. WESTBERG 4 ) benützt diese Doppeidaten, um mit ihrer Hilfe einen Vergleich zwischen dem altjüdischen und dem sogen, jüdisch-reformiertcn Kalender aufstellen zu können. 5 ) Aber alle diese Untersuchungen kranken an falschen Voraussetzungen, und daher kommt es, daß behufs Rekonstruierung dieser Daten mit großem Apparate gearbeitet werden mußte und zum Schluß die von den verschiedenen Bearbeitern enthaltenen Resultate mehr oder weniger voneinander abweichen, nirgends einwandfrei sind und daher auch in ihren chronologischen Schlüssen viel an Wert einbüßen mußten. So haben z. B. SciiüRER-GlNZEL 6 ) in richtiger Erwägung dessen, daß den neben den ägyptischen Kalenderangaben angeführten jüdischen Daten ein Mondjahr zugrunde liegen müsse, als Ausgangspunkt ihrer Untersuchungen das Sichtbarwerden des Neumondes, also den Tag des Neulichts in Betracht gezogen. Da zeigte es .sich nun deutlicher als sonst wo, daß bei Erörterung chronologischer Fragen die 1) Der jüdische Kalender nach den aramäischen Papyri von Assnan. Thcol. Lit.-Ztg. 32. Jahrg. 1907, Sp. 65-69. 2) Calendar-Dates in the Aramaic papyri from Assuan. Monthly Notices of the Roy. Astron. Soc., Nov. 1908. 3) An independent examination of the Assuan and Elephantine Aramaic papyri. London 1909. 4) Die biblische Chronologie nach Ftavius Joscphus. Leipzig 1910, p. 103 ff. 5) D. SlDERSKY's Aufsatz Le calendrier semitique des papyri arameens d? Assuan im Journ. asiat.^ nov.-doc. 1910, p. 587 suivv. erschien erst nach der Einsendung des hier vorliegenden Festschriftbeitrags. -Red. 6) Ich zkiere so, weil SCHÜRER die Ermittelung seiner Angaben dem Astronomen F. K. GINZEL verdankt. Brought to you by | Nanyang Technologic Authenticated Download Date | 5/31/15 12:08
doi:10.1515/zava.1912.26.1-3.61 fatcat:5w3l3d3vmbe7naaf6iuao54nfi