Ueber intermittirende Gelenkwassersucht

Oscar Burchard
1902 Deutsche Medizinische Wochenschrift  
in Riga. Folgender Fall von intermittirender G-elenkwassersucht, den ich Seit zehn Jahren beobachte, verdient wegen der Seltenheit seiner Begleiterscheinungen erhöhtes Interesse. H er m a n n S ch 1 e s i ng e r hat vor zwei Jahren nur 55 Fälle von intermittirendem Gelenkhydrops finden können; zu annähernd gleichem Resultat, 57 Fälle, gelangte B e n d a. Bei einem so geringen Krankheitsmaterial ist es verständlich, dass so manche Punkte, namentlich solche, welche die Aetiologie der Erkrankung
more » ... ie der Erkrankung betreffen, einer weiteren Aufklärung bedürfen und wohl auch erst finden werden, wenn ein grösseres Material zur Beurtheilung vorliegt. Frau R. J., 45 Jahre alt, stammt aus einer nervös stark belasteten Familie. Der Vater ist, 76 Jahre alt, an einer Gehirnerweichung, die sich sehr langsam entwickelt hatte, gestorben, nachdem er Jahrzehnte in Folge eines Schlaganfalles an geistiger Schwäche gelitten hatte. Die Mutter, an Darmokklusion gestorben, wird als eine sehr nervöse Frau geschildert, die viel durch nervöses Herzklopfen und Migräne zu leiden hatte. Ein Bruder ist in jungen Jahren gestorben, zwei Schwestern leben, von denen die eine an neuralgischen Schmerzen des Kopfes mit gleichzeitiger Schwellung der Kopfhaut, an Migräne und häufig rezidivirender Urticaria leidet. Die Patientin selbst hat als Kind Masern und Stickhusten durchgemacht, die Menstruation stellte sich im 14. Lebensjahr ein und war stets regelmässig; im 20. Lebens-Dieses Dokument wurde zum persönlichen Gebrauch heruntergeladen. Vervielfältigung nur mit Zustimmung des Verlages.
doi:10.1055/s-0029-1203551 fatcat:avohgwem2zfr5jvahhkbbznv3q