Ersatz eines durch einen Schuß zerstörten Teils einer Harnröhre durch den Wurmfortsatz

Alfred Rothschild
1915 Deutsche Medizinische Wochenschrift  
Im Folgenden will ich den Ersatz eines größeren Hamrölirendefektes durch einen fremden Wurm fortsatz besch rei bon, da nach der vorhandenen Literatur der Fall noch zu den Seltenlieiten gehört und die Lehre von der Transplantation noch keine Uebereinstimmung der Autoren über das Vorgehen in solchen Fiilleii kennt. In Hinsicht auf dcii letzteren Umstand halte ich es für richtig, einen kurzen Bericht aus der Literatur voranzustellen. Das einfachste Verfahren zur Heilung eines angeborenen oder
more » ... geborenen oder erworbenen Harnröhrendefekts beruht auf dem Prinzip der Mobilisation des bzw. der vorhandenen Harnrohrenstümpfe. Das Verfahren war runachst durch die Hypospadieoperation bekannter geworden, welche 18971) Beck angegeben und 1898 auch Bardenheuer (Breuer) und y. Hacker beschrieben bzw. modifiziert, haben; es gibt aber auch bei (tell erworbenen Defekten, da. wo ('s möglich ist, is anzuwenden, (lie besten Resultate. Wenn trotzdem die modernen Bestrebungen der Plastik neue Methoden versuchen, so liegt the Ursache wohl nicht in dem Wunsch an sich, der atur neue plastisehe Variationsmoglichkeiten abzulauschen, sondern in dent Bedürfnis, für größere Harnrohrendefekte Ersatz zu schaffen, weil das Beeke.1ie Prinzip der Mobilisation nicht ausreicht. Schon 1888 haben Mense! und Whlfler Mukosalappen-Transplantation (aus dein Praputiuns, aus dem Uterus) versucht, ebenso 1891 Keyes; den Mukosalappen des Kaninchendarms versuchte erfolglos Walker zu transplantieren. 1) Vgl. mein "Lehrbueh der Urologie". S. i7/i3s. Dieses Dokument wurde zum persönlichen Gebrauch heruntergeladen. Vervielfältigung nur mit Zustimmung des Verlages.
doi:10.1055/s-0029-1191174 fatcat:u45qpftmcjhw7huidkkzcgvhae