Über den Einfluß des Harnstoffs auf das Blut und die Milch stillender Frauen

St. Engel, H. Murschhauser
1911 Hoppe-Seyler´s Zeitschrift für physiologische Chemie  
Nachdem sich gezeigt hatte, daß bei Nephritis 1 ) nichteiweißartiger Stickstoff, in der Hauptsache wohl Harnstoff, in die Milch übergeht, erwuchs die Aufgabe zu prüfen, wie denn die Brustdrüse überhaupt als Exkretionsorgan für den Harnstoff zu funktionieren imstande sei. Es ist a priori nicht klar, wie sich die Brustdrüse dem per os zugeführten Harnstoff gegenüber verhalten wird. Im allgemeinen funktioniert ja die Drüse so, daß sie unabhängig von der Ernährung die Zusammensetzung ihres Sekretes
more » ... zung ihres Sekretes wahrt. Ausnahmen beziehen sich fast ausschließlich auf das Fett, dessen Qualität der alimentären Beeinflussung zugängig ist. Das Verhalten der Brustdrüse zum Harnstoff haben wir so geprüft, daß wir vor, während und nach Harnstoffzufuhr den Stickstoffgehalt und die Stickstoffverteilung im Blutserum und in der Milch festgestellt haben. Milch und Blut wurden am selben Tage entnommen, die erstere als korrekt gesammelte Tagesmischmilch. Die Methodik der fraktionierten N-Bestimmung war die gleiche wie in der oben citierten Arbeit. An den Versuchstagen wurde der Harnstoff in Dosen zu 5 g in wässeriger Lösung mehrmals am Tage gegeben, in der Regel 15 g p. d.
doi:10.1515/bchm2.1911.73.1-2.131 fatcat:mm6u476ppnh5jk5y336bse43s4