Ueber die Friedmannschen Schildkrötentuberkelbazillen und das Friedmannsche Mittel

F. Friedmann
1921 Deutsche Medizinische Wochenschrift  
Kirchner hält sich darum, weil er Meerschweinchen und Kaninchen sowie einen Hammel durch Schildkrötentuberkelbazillen gegen k ü n s t lic h e Tuberkuloseinfektion nicht schützen bzw. von ihr nicht heilen konnte, für berechtigt, ohne Bedenken den Schluß zu ziehen, "F ri e dma n n dürfe nicht beanspruchen, ein Tuberkuloseheilinittel gefunden zu haben". Dem Tuberkulin dagegen, welches Versuchstiere wed e r schütz t noch h eilt, sondern tuberkulöse Meerschweinchen in bestimmter Dosis nach 24
more » ... osis nach 24 Stunden tötet, erkennt er nichtsdestoweniger "deutliche Heilwirkungen" zu. Er ist also bei diesem Präparat in seinen Ansprüchen wesentlich milder. . Allerdings ist ja von Kir ch n e r nach seinem früheren Verhalten in dieser Angelegenheit -hat er doch Prof. Schleich und mir gleich zu Anfang (1912/13) in seiner damaligen Eigenschaft als verantwortlicher Medizinalchef offiziell erklärt, das Friedmann-Mittel und seine Erfolge interessieren ihn überhaupt nicht -auch nichts anderes zu erwarten. Obwohl Kirchner trotz aller Aufforderungen "keine Zeit" gehabt hat, sich Fälle in meinem Institut anzusehen -auch heute noch stehen alle Fälle allen Kritikern, denen es um ehrliche Erkenntnis zu tun ist, zur fortlaufenden Nachprüfung zur Verfügung --, so glaubt er sich trotzdem kompetent genug zu erklären, ich hätte kein Heilmittel gefunden. Aber selbst auf die Gefahr hin, bei Kirchner als unbescheiden zu gelten -nur die Lumpe sind bescheiden -, kann ich nichts an der Tatsache ändern, daß. das Friedmannsche Mittel ein Heilmittel gegen die Tuberkulose des Menschen und gegen die natürliche spontane Tuberkulose der Haustiere ist. Kirchners auf künstlich krank gemachte Meerschweinchen ge-
doi:10.1055/s-0028-1140615 fatcat:jfcqw4cnizc5vibjosmthne3ky