Über die Löslichkeitsverhältnisse des Baryumsulfates

F. W. Küster
1896 Zeitschrift für anorganische Chemie  
Im letzten Hefte der "Zeitschrift fur a n a l y t i s c h e Chemie" findet sich eine Abhandlung von R. FRESENIIJS und E. H I N T Z~ "Uber eigentumliche Loslichkeitsverhaltnisse des schwefelsauren Baryte", deren Ergebnisse hier kurz im Lichte zeitgemafser Auffassung betrachtet werden sollen. Die Verf. schliefsen zunachst aus ihren Versuchen, dals sich das Baryumsulfat in statu nascendi in etwa 100000 Teilen reinen Wassers lose. Dieses Resultat steht in bemerkenswertem Gegensatze zu clenen
more » ... ze zu clenen anderer Forscher, welche sich bei der Ermittelung ihrer Zahlen sehr exakter Methoden bedienten. So fanden F. KOHLRAUSCH und F. ROSE,^ dals Baryumsulfat bei 18O erst von 436700 Teilen Wasser aufgenommen wird, wahrend F. HOLLEMANN in sehr guter Ubereinstimmung die Loslichkeit bei 18.4O zu 1 :429700 angiebt. Es ist hierzu zu bemerken, dafs die zuletzt genannten Autoren die Loslichkeit bestimmten, nachdem sie nach korrekter Methode fur Zimmertemperatur (18 O) gesattigte Losungen von Baryumsulfat in reinem Wasser hergestellt und sich auch in zweckmafsiger W eise davon uberzeugt hatten, dafs die fraglichen Lasungen wirklich gerade gesattigt waren. FRESENIIJS und HINTZ hingegen sind sehr wenig kritisch verfahren , indem sie Schliisse auf die Loslichkeit des Baryumsulfates zogen aus Beobachtungen , von prelchen keineswegs nachgewiesen wurde, dals sie in Bezug auf Baryumsulfat gerade gesattigt waren. Als die Autoren namlich steigende Mengen von Baryumhydroxyd mit Schwefelsaure in sehr verdiinnten Losungen neutralisierten,
doi:10.1002/zaac.18960120149 fatcat:e2hbj2ax4vdovakx3tsmnds4bi