Erna Lesky, The Vienna Medical School of the 19th Century. The Johns Hopkins Univ. Press, Baltimore 1976. XV + 604 S., 100 III

Erwin H. Ackerknecht
1978 Gesnerus  
Stützung der Burgergemeinde Bern und des Schweizerischen Nationalfonds durchgeführt hat. Der 200. Jahrestag des Todes von Albrecht von Haller konnte kaum ein würdigeres Denkmal finden. Erna Lesky 3. Erna Lesky, T/ie Vienna Medical .S'c/iooZ o/ fite J9tA Century. The Johns Hopkins Univ. Press, Baltimore 1976. XV + 604 S., 100 III. Es ist außerordentlich zu begrüßen, daß die 1964 auf deutsch erschienene meisterhafte Darstellung Erna Leskys nun auch auf englisch und durch die neuesten
more » ... n ergänzt vorliegt. Erna Lesky beginnt ihre Untersuchung des Wiener medizinischen 19. Jahrhunderts mit zwei Bebellen, die am Anfang der Periode stehen: Gall und Johann Peter Frank. Der erste Abschnitt behandelt die eher trüben dreißig Jahre der Wiener Schule in der Restaurationsatmosphäre von J. A. von Stifft. (Jeder der größeren Abschnitte in diesem Buch ist nach Spezialitäten unterteilt, innerhalb deren die individuellen Leistungen geschildert werden.) Natürlich sind diese dreißig Jahre nicht mit den glanzvollen Jahren der ersten Wiener Schule zu vergleichen, aber es wurde doch Tüchtiges geleistet, z.B. in der Chirurgie, und Vorbildliches auf solchen Gebieten wie Pädiatrie, Geburtshilfe oder Ophthalmologie. Der zweite Abschnitt ist den nächsten dreißig Jahren, d.h. vor allen Dingen der zweiten Wiener Schule gewidmet, zu deren Charakterisierung es genügt, einige Namen zu nennen wie Rokitansky, Skoda, Hebra, Türck, Lorinser, Semmelweis, Arlt, Heller, Brücke, Schroff oder Sigmund. Der Aufstieg der Schule ist der Geschicklichkeit und der Einsicht des Barons Ludwig von Türkheim, der Vizedirektor des Medizinalwesens war, zu verdanken. Der dritte große Abschnitt des Buches ist dem letzten Drittel des Jahrhunderts gewidmet. Einige seiner organisatorischen Probleme, wie z.B. das der Überfüllung mit Studenten, muten uns sehr zeitgemäß an. Dieser Abschnitt ist ausgefüllt vom Übergang von der Spitalmedizin zur Laboratoriumsmedizin. Obwohl auf dem Gebiet der inneren Medizin Großes geleistet wurde (H. von Bamberger, Nothnagel), auf dem Gebiet der Chirurgie durch Billroth und seine Schule (Wölfler, Gussenbauer, Mikulicz-Radecki) geradezu Einzigartiges, so denkt man doch, wenn man auf diese Jahrzehnte zurückschaut, vor allen Dingen an die Entwicklung der Spezialitäten. Liier war Wien ja international führend. Man denkt etwa an die Psychiatrie mit Krafft-Ebing, Wagner-Jauregg, Freud, an die Neurologie mit M.Benedikt oder H.Obersteiner, an die Pädiatrie mit Escherich und Pirquet, an die Otologie (Politzer), die Ophthalmologie (Fuchs, Koller), die Urologie mit Dittel und Nitze und nicht zuletzt an die Röntgenologie mit L.
doi:10.1163/22977953-0350102014 fatcat:r2cb43rfjjgp7asy4qm2i3tzlu