Die Prognose der acuten, nicht eitrigen Encephalitis1)

H. Oppenheim
1895 Deutsche Medizinische Wochenschrift  
der Encephalitis ist zwar noch heute (Mil unfertiger, wir kennen aber einige Formen dieser Erkrankung, deren klinisches und anatomisches Wesen so weit erforscht ist, um sie von anderen Krankheitstypen abgrenzen zu können. In der pathologischen Anatomie ist die Encephalitis schon lange Zeit ein gelaufiger Begriff, wenngleich derselbe auch hier erst mit den grossen Entdeckungen Virchow's bezüglich der Folgen des GefssverschIusses eine feste Gestalt annehmen konnte. Ich erinnere Sie an die
more » ... Sie an die Beobachtungen und Untersuchungen von Gluge, Hasse, Kölliker, an Virchow's Mittheilungen über dic Encephalitis der Neugeborenen und die sich zwischen ihm und Jastrowitz entspinnende Discussion, die auch in ihren letzten Erörterungen aus dem Jahre 1883 nicht zu einem definitiven Abschluss gelangt ist. Besonders hat aber die traumatisehe Encephalitis, die ich von meiner Betrachtung ganz aussehliesse, (len Ausgangspunkt zahlreicher Studien und Experimentaluntersuchungen gebildet. Obschon Hu guenin in seiner Bearbeitung dieses Kapitels im Ziemssen'schen Handbuch aus dem Jahre 1878 eine vortreffliche Schilderung der anatomischen Verhältnisse giebt und es deutlich ausspricht, dass nicht jede Encephalitis zur Eiterung zu führen braucht, schwebt ihm doch bei der klinischen Darstellung dieser Krankheitsformen ausschliesslich das Symptombild der suppurativen Encephalitis, des Hirnabscesses vor. Auch eine Mittheiluiig Hayem's aus dem Jahre 1868 über eine besondere Form der Encephalitis ist namentlich wegen des Mangels einer klinischen Schilderung für den nosologischen Ausbau der Encephalitis nicht fruchtbar geworden. Für diesen war es von einschneidender Bedeutung, als in den letzten Jahren eine Sonderung der eitrigen von den nicht eitrigen Formen erstrebt und bis zu einem gewissen Punkte durchgeführt wurde.
doi:10.1055/s-0029-1199655 fatcat:kanjl25k5bembiy3ayey3rexam