Ueber das ätherische Oel der Samen des Wasserschierlings(Cicuta virosa)

Julius Trapp
1858 Journal für Praktische Chemie  
Die Snmen der Cicuta virosa, im Herbst gesammelt und getrocknet, gsben bei der Destillation mit Wasser ein fast farbloses atherisches Oel, welches dunnflussig, leichter als Wa'sser, den Geruch und Geschmsck des romischen Kummelols (Oleiinz Cuinini Cyrni~ti) hatte. AUS 10 Pfd. Sameti wurden gegen 2 Unzen atherisches Oel erhalten. Die grosse Aehnlichkeit dieses Oels mit dern romischen Kummelol veranlasste mich, eine kleine Quantitit des ersteren mit einer concentrirten Losung von saurern
more » ... on saurern schwefligsnurem Natron, nach der B e r t a g n i n i ' s c h e n Methode *), zu behandeln. Schon nach wenigen Stunden begann das Gemisch milchig zu werden und nach etwa 12 Stunden gestand die ganze Mischung zu einer weissen krystallinischen Masse: es hatte sich die Nntronverbindwzy des Aldehpls des Cicuta-Oela yebzlrlet. Die krystallinische Masse wurde von dem Ueberschuss des sauren schwefligsauren Natrons abfiltrirt, mit Rasser gewaschen, zwischen Loschpapier gepresst und getrocknet. Das getrocknete Salz war schneeweiss, perlmutterglanzend, verwitterte an der Luft, bestand aus sehr yoluminosen Schuppchen, roch nach Romischkummelol, loste sich nicht in kaltem Wasser, zersetzte sich aber beim Kocheii mit Wasser, indem sich ein weisses Pulver absetzte und die Fliissigkeit milchig-trube blieb. In verdunntein Weingeist yon 60 p. C. loste es sich beim Erwarmen VollstLndig und die Losung erstarrte beim Erkalten zu einer Masse schuppiger Krystallblattchen. In absolutem Weingeist und in Aether ist die Verbindung wenig loslich. *) Dies. dourn. LVIII, 222.
doi:10.1002/prac.18580740161 fatcat:coicsieih5clvapwnwi2zxyvdm