Warum sind Pandabären so faul?

M. Spitzer
2015 Nervenheilkunde  
Wer schon einmal einen Großen Pandabären (Ailuropoda melanoleuca) im Zoo oder einem Reservat gesehen hat, wird sich gefragt haben, warum diese großen und zugleich niedlichen Kerlchen so unglaublich faul sind: Sie bewegen sich ganz langsam im Zeitlupentempo, wenn sie sich überhaupt bewegen (▶Abb. 1). Warum ist das so? Große Pandas sind Vegetarier, leben in subtropischen Bergwäldern in Höhen von 2 700 bis 4 000 Metern und ernähren sich ausschließlich von dem dort wachsenden Bambus. Diese Pflanze
more » ... bus. Diese Pflanze kauen sie täglich in ihrer gemächlichen Art, mehr oder weniger den ganzen Tag lang. Sie besteht vor allem aus unverdaulichen Fasern und enthält nur wenige Kalorien. Dabei sind Pandas, wie der Name schon sagt, eigentlich Bären, also Raubtiere, die sich von Fleisch ernähren. Sie haben keinen langen Darm oder gar vier Mägen, wie die Kuh, um Zellulose verdauen zu können, sondern den Verdauungstrakt eines Raubtiers, der zu ihrer Diät einfach gar nicht passt. Pandas sind eigentlich Bären, also Raubtiere, die sich von Fleisch ernähren. Um überhaupt über die Runden zu kommen, fressen die Pandas besonders die Bambussprossen im Frühjahr, wandern dann in höhere Gebiete, in denen eine andere Bambusart später jungen Sprossen zu bieten hat, und wechseln im Sommer dann zu Bambusblättern, weil die Sprossen nur sehr wenig Kalzium enthalten, das die Pandas aber brauchen. Man fand dies heraus, indem man den Aufenthaltsort von jeweils drei Pandamännchen und -weibchen über sechs Jahre mittels eines Senders um deren Hals bestimmte (1). Im August eines jeden Jahres bekommen die Weibchen Junge. Diese sind mit einem Geburtsgewicht von 90 bis 130 Gramm (!) sehr klein, bedenkt man, dass erwachsene Pandas mit 75 bis 160 kg For personal or educational use only. No other uses without permission. All rights reserved. Downloaded from www.nervenheilkunde-online.de on
doi:10.1055/s-0038-1627617 fatcat:c4jsammsrfehpklqnoan3ojwla