XXI. Beobachtungen über die Elision bei Tibull und Lygdamus

W. Hörschelmann
1897 Philologus (Berlin)  
XXI. Beobachtungen über die Elision bei Tibuli und Lygdamus. I. Betrachtet man die einzelnen Füße und Fußtheile, in denen elidiert wird, genauer, dann findet man, daß zwischen Tibull I und II ein erheblicher Unterschied besteht. Einzelne unbeliebtere Stellen finden sich ganz vorwiegend nur in I und verschwinden dann in ü ganz oder fast ganz. Die zweite Thesis kommt in I 8 mal, in Π nur ein einziges mal vor; von jenen 8 Fällen kommen aber allein auf die Delia-Elegieen 7 und auf Marathus nur 1.
more » ... f Marathus nur 1. Auch jenes ununerhörte dl me uno I 2, 58 steht unter den betreffenden 7. Im Uebrigen ist zu sagen, daß 4 mal Kürze vor Länge steht: ante omnes I 3, 10 ; Tisiphoneque impexa 13, 69 ; ante ipsas I 5, 74; atque iras I 6, 58. -Ferner 3 Fälle in der ersten Kürze des Dactylus, 1 in der zweiten: atque ^epulas I 5, 34; ante alia I 6, 42; ante alios II 4, 24; nisi et ipse I 9, 39. -Die Stellen stehn, mit Au|nahme von I 3, 69 (Tisiphoneque imrpeza) und 19, 39 (nisi et ipse) alle im Pentameter. Auch die dritte Thesis kommt nur in I vor, und zwar nur in den Delialiedern : frugumque aderit I 5, 21 ; coniuge opus I, 33; also nur vor einer Kürze und folgender Hephthemimeres. Die fünfte Thesis (nur in der zweiten Kürze) bietet zu ähnlichen Bemerkungen Anlaß. Der Hexameter zeigt 7 Stellen, 6 in I und 1 in II ; wogegen II die eine einzige Stelle im vorletzten Fuß des Pentameters hat. -Der Dactylus auf α (stete vor folgendem a) kommt nur in den Delialiedern vor: gaucHa adirem I 5, 39; numina amanti I 5, 57; Delia amoris I 6, 85. -Die Elision vor es findet sich nur in I und diesmal nur bei Marathus, in I 9: corrumpere es ausus 19, 53; vendere es ausus 19, 77. -Von den letzten gewöhnlichen Fällen stehen endlich 23*
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