3. Methodologie und Methoden [chapter]

2020 Geflüchtetenprotest und Gewerkschaften  
Nachdem theoretische Bezüge im Sinne einer Sensibilisierung erläutert wurden, werden in diesem Kapitel Methodologie und Methode anhand der erhobenen Daten der Forschungsarbeit vorgestellt. Im ersten Abschnitt (Kapitel 3.1) wird die Theorie der Rahmen-Analyse für das Forschungsfeld diskutiert. Anhand der Frage: »Was geht hier eigentlich vor?«, die sich Goffman und seine Akteure stellen und anhand der sich ergibt »wie die Menschen weiter in der Sache vorgehen« (Goffman 2018: 16), verläuft der
more » ... ), verläuft der Zugang zu den Ergebnis-Kapiteln 4, 5 und 6. Epistemologisch stützt sich die Arbeit dazu auf das interpretative Paradigma (vgl. Keller 2012) und besonders auf die interaktionistische Ethnographie (vgl. Dellwing/Prus 2012; vgl. Keller 2012: 83ff.; vgl. Breidenstein et al. 2015). In der ethnographischen Arbeit kommen Elemente der Grounded Theory Methodology (GTM; vgl. Charmaz 2014; vgl. Denzin/Lincoln 2011; vgl. Strübing 2018) zur Anwendung, in einem Verständnis der Ethnographie als der Auswahl und Interpretation von Interaktionen in ihrer lebensweltlichen Entfaltung mit den Fragen nach dem Verhalten, Denken und der Sinngebung von Menschen im Alltag, die die Weltsicht der Akteure rekonstruieren (vgl. Timmermans/Tavory 2007: 497). Es handelt sich dabei nicht um eine Forschungsarbeit nach GMT-Methoden im engeren Sinne, sondern einige methodische Konzepte finden Anwendung. Entsprechend folgt auf die Rahmen-Analyse eine Darstellung und Reflexion der Zugänge zu Feld, Fällen, Interviewees mit ihren Perspektiven und die inhaltlich begründete, prozessförmige Auswahl der Dokumente (Kapitel 3.2). Den Abschluss des Kapitels machen forschungsethische Reflexionen (Kapitel 3.3), die angesichts der besonders vulnerablen Untersuchungsgruppe Geflüchteter und des politischen Charakters des Felds, in dem sich der Forscher selbst positioniert, vorgenommen werden. Rahmen-Analyse Die Theorie der Rahmen-Analyse Goffmans (2018) geht im gleichnamigen Titel von einem bestimmten Bild der Interaktionen personaler Akteure besonders im Alltag aus, das von der Zerbrechlichkeit der Interaktion als ein Grundmotiv Goffmans geprägt ist (vgl. Dellwing 2014: 138ff.). Diese Voraussetzung erweist sich in
doi:10.14361/9783839450116-004 fatcat:btvspzmls5dozlsxstisyx5zbq