Ueber die Zersetzung des Brucins mit Salpeter-säure

Adolph Strecker
1854 Justus Liebig s Annalen der Chemie  
Aun. de Chim. et de Phys. [3] XXII, 463. des Brucks rnit Salpetersiiure. 77 da er erst bei 700 bis 750 kochte. Diese Flussigkeit war schwerer als Wasser, und hierdurch, sowie durch ihren weit hoheren Siedepunkt , vom salpetrigsaurem Aethyloxyd durchaus verschieden ; sie wurde nicht weiter untersucht, doch bemerkt L i e bi g , dafs sie mit griinlichblauer Flamme verbrannte. Kurze Zeit darauf beschaftigte sich L a u r e n t mit den bei Anwendung concentrirter Salpetersaure entstehenden Producten,
more » ... tehenden Producten, und hier begegnen wir zuerst analytischen Bestimmungen. L a u r e i i t leitete das gasformig entweichende Product durch eine Uformige Rohre, die unten in eine kleine Kugel endigte , und durch Umgeben mit einer Kiillemischung gelang es ihm, darin etwa 1 Gramm einerFlussigkeit zu verdichten, die er bei elwa + loo, ,ohne sie bis sum Sieden 5u erhitzen rectificirte.(' Das Destillat gab bei der Analyse 29,O pC, Kohlenstoff und 6,i pC. Wasserstoff. L a u r e n t hielt diese Resultate, in Betracht der grofsen Fluchtigkeit des Stoffes und der Schwierigkeit der Analyse, fur hinreichend iibereinstimmend mit der Zusammensetzung des salpetrigsauren Aethyloxyds , welches der Rechnung nach 32,O pC. Kohlenstoff und 6,6 pC. Wasserstoff enthalt, und sah hierdurch das Auftreten von Salpeterather bei dieser Zersetzung fur erwiesen an. Weitere Beweise suchte L a u r e n t durch die Analyse des Ruckstandes zu gewinnen , dessen Zusammensetzung auch schon G e r h a r d t zu bestimmen versucht hatte. Auf Zusatz von Wasser zu dem Rucltstand in der Retorte, nachdem die Einwirkung der Salpetersaure auf Brucin beendigt war, schied sich ein gelber Korper aus, der sich in Sauren aufliisen und unikrystallisiren liefs. Zwei Verbrennungen desselben ergaben 51,5 und 53,3 pC. Kohlenstoff, 4,4 und 4,6 pC. Wasserstoff, und eine Stickstoffbestimmung ergab den Gehalt an diesem Element zu 11,2 pC. L a u r e n t scheint die erste Verbrennungsanalyse fur richtiger als die zweite gehalten zu haben, denn er stellle *) G m e l i n ' s Handhuch der Chemie V, 853. **) Diese Annalen LXXV, 28. Annal. d. (:hernie 11.
doi:10.1002/jlac.18540910107 fatcat:ilebywrg4vatpbzskcimux6yzi