Eine neue galvanokaustische Tauch-Batterie

Gustav Killian
1887 Deutsche Medizinische Wochenschrift  
Nachfolgend beschriebene Batterie habe ich construirt, um einem praktischen Bedürfnisse besonders des Specialisten für Nasen-und I-Ialskrankheiten nachzukommen. Bei den bisher gebräuchlichen nämlich ist auf die Bequemlichkeit beim Einsenken und Ausheben der Elementenpiatten aus der Flüssigkeit wenig Rücksicht genommen. Vielfach haben sie etwas Schwerfälliges im Mechanismus und sehen nichts weniger als elegant aus. Bei meinem Apparate sind die Zink-Kohle-Chromsäure-Elemente beibebalten. Um ihn
more » ... ibebalten. Um ihn in Thätigkeit zu versetzen, bedarf man weder der eigenen Hand noch der eines Assistenten; man tritt vielmehr mit dem Fusse auf ein Trittbrett. Je mehr man dasselbe nach abwärts bewegt, desto tiefer werden die Platten in die Erregungsflüssigkeit gesenkt, desto grösser ist die Glühwirkung. Nimmt man den Fuss weg, so hebt sich sofort das ganze Plattensystem selbstthätig heraus. Man hat sich also um nichts weiter zu kümmern; ein Gegengewicht besorgt dies. Die Batterie besteht aus vier Elementen. Die rechteckigen Gläser sind in folgender Weise angeordnet: Figur L 4. 1. s Pf. 3. 2. Jedes Element enthält zwei Kohlen-und ene Zinkplatte. Die acht parafinirten Kohlen sind jede für sich durch eine Flügeischraube an den Armen eines Metallkreuzes befestigt, welches in seiner Mitte die Klemmschraube des positiven Poles trägt. Ganz in derselben Weise ist das Zink an einem zweiten Kreuze befestigt. Beide liegen über einander und sind durch einen kleinen Hartgummi-Cylinder von einander isolirt. In dem freien Raume in der Mitte der Gläser steht ein Pfeiler, in welchem sich das erwähnte Gegengewicht auf und nieder bewegt. Die Schnüre, an denen es aufgehängt ist, verlaufen über Rollen zu einer kleinen Metallplatte. Auf dieser, welche sich ebenfalls im Innern des Pfeilers bewegt, ruht das combinirte System der beiden Metalikreuze einfach auf, so dass es ohne weitere Umstände aus dem Apparate entfernt werden kann. Die Trittvorrichtung nimmt an dem Gewichte ihrell Angriffspunkt. Sie ist mit einer Hemmungsvorrichtung versehen, die je nach Belieben in und ausser Thätigkeit gesetzt werden kann. Das Gewicht lässt sich bequem reguliren. Zwei nachgiebige, umsponnene Kupferschnüre verbinden die beweglichen Pole der Batterie mit zwei festen, an der Aussenseite des Gehäuses befindlichen. Der ganze Mechanismus ist einfach, leicht übersichtlich und arbeitet präcise. Das Auswässern der Kohle macht keine Schwierigkeiten, da man ja die Platten mit den kreuzförmigen Trägern direkt herausheben kann. Bei etwaigen Störungen sind die wenigen Contactfläehen alle leicht zugänglich, die Kohlen-und Zinktafeln leicht abschraubbar, es bedarf also nicht des Mechanikers. Der Ersatz der verbrauchten Kohlen Ist nicht sehr kostspielig, da sie billig bezogen und sofort angeschraubt werden können. Es unterliegt keinem Zweifel, dass durch die Art des Einsenkens im Momente, wo man der Glühwirkung bedarf, sowie durch das sofortige, selbstthätige Ausheben nach Beendigung der Kauterisation, die Batterie ausserordentlich geschont wird, also länger hält. Der eigentliche Apparat ist in einem Tischchen aus gebeiztem Hoize verborgen. Durch Abheben der Tischplatte gelangt man zum Innern der Batterie. Das Ganze dient zugleich als Instrumententisch. Es wird zur Seite des Arztes gestellt, dem der Patient gegenübersitzt. ist Alles zur Kauterisation bereit, dann ein Druck mit dem linken Fusse auf das Trittbrett, und fast momentan glüht der Brenner. Figur 2. Besondere Stromschlussvorrichtungen und somit die bisher gebräuchlichen Handgriffe sind bei Verwendung dieser Tauchbatterie entbehrlich. Man fügt die Brenner direkt an die Leitungsschnurklemmen. Diesen dient ein einfacher Holzgriff zur Fixation, der sieh durch einen Schieber leicht in einen Schlingenschnürer verwandeln lässt. Ein solcher Handgriff, sowie meine Batterie, die gelegentlich der Ausstellung der Naturforscherversammlung sich des Beifalles vieler Sachverständigen erfreute, wird angefertigt von Rich a rd Galle, Berlin SW., Alte Jacobstr. 8 und bezogen durch Rudolf Détert, Französische Strasse 53, Berlin W. Dieses Dokument wurde zum persönlichen Gebrauch heruntergeladen. Vervielfältigung nur mit Zustimmung des Verlages.
doi:10.1055/s-0029-1197598 fatcat:f4r5jiorwrbthetpjmx22qahqu