Vedisch irajyáti, iradhanta und Verwandtes

Karl Brugmann
1913 Indogermanische Forschungen  
Yedisch irajyati, iradhanta und Verwandtes. Über die Eigenart der beiden Sonderlinge irajya-ti und iradha-nta, die man zusammen aufzuführen pflegt, und die in das überlieferte indische Verbalsystem einzureihen schon oft versucht worden ist, habe ich IF. 31,102 Fußnote l mit zwei Worten eine Yermutung geäußert, die einer näheren Rechtfertigung bedürftig erscheinen mag. Diese Rechtfertigung folge hier. irajya-ti kommt im RV. elfmal vor mit den Bedeutungen ordnet an, rüstet zu, verfügt, schaltet,
more » ... verfügt, schaltet, gebietef; es wird teils mit dem Akkusativ, teils (wie is-u. dgl., Delbrück Altind. Synt. 158) mit dem Genitiv verbunden. Dazu einmal (10, 93, B) das Adjektiv irajyu-h 'mit Zurüstung beschäftigt'. Man stellt diese Formen zu rj-rnj-raj-räj-arj-'richten, dirigieren usw.', was richtig zu sein scheint, und bezeichnet irajya-ti meistens als eine Intensivbildung. iradhanta nur RV. l, 129, 2: tarn isänasa iradhanta väjinam prksam atyq na väjinam, d. i. etwa: Mhn (den Indra) suchen die Mächtigen für sich zu gewinnen' (Ludwig: 'ihn pflegten die es vermögen' d. i. e die Reichen'). Man verbindet das Verb um passend mit rdh-rndh-'gelingen, gedeihen, zustande kommen', rädh-'zurecht kommen, zustande bringen, fertig machen, gewinnen'. Nicht ganz sicher ist, ob der Stamm iradha-überdies noch durch den ebenfalls nur einmal, RV. l, 134, 2, vorkommenden Infinitiv iradhyäi vertreten ist; man pflegt diese Form seit dem P.W. mit iradhanta zu verbinden. Die Stelle ist schwierig und wird verschieden gedeutet. Jedenfalls widersetzt sich der nach dem Zusammenhang zu erwartende Sinn dieser Auffassung nicht, und auch der Annahme einer haplologischen Kürzung aus *iradhadhyäi steht nichts im Wege (vgl. Wackernagel Altind. Gramm, l, 279) l ). Von neueren Gelehrten trennen meines Wissens nur Bartholomae Ar. Forsch. 2, 77 und Geldner Der Rigv. in Auswahl l, 41. 2, 26 iradhyäi definitiv von iradhanta und leiten es von der Wurzel (ar.) ar-ab. Vgl. über die Form auch Oldenberg Rgveda 1. bis 6. Buch S. 138. Bei der 1) Weniger gut verbindet Ludwig im Kommentar (2, 269) iradhyäi in der Weise mit iradhanta, daß er die Form in iradh-yäi zerlegt und -yäi als das Infinitivformans faßt. Brought to you by | INSEAD Authenticated Download Date | 4/17/18 5:58 PM
doi:10.1515/9783110242720.58 fatcat:hpinsoccj5hvtedmvxpms35rou