Duft und Klang: Die immateriellen Installationen von Katja Kölle [article]

Helga De La Motte-Haber, Leibniz Institut Für Psychologische Information Und Dokumentation (ZPID), Leibniz Institut Für Psychologische Information Und Dokumentation (ZPID)
2020
Die Entstehung der Ästhetik irn 18. Jahrhundert ging rnit zwei wichtigen Neubestirnrnungen der Kunst einher: Es wurde eine spartenrn äßige Ab grenzung der Künste gem äß der Sinnesrn odalitäten vorgenornrnen und es erfolgte -spätestens rnit Irnrnanuel Kants Kritik der Urteilskraft -eine Einengung auf Sehen und Hören, d. h. auf Wahrnehmungen, die sich rnit dern Eindruck abgeschlossener Form en verbinden konnten. Die Künstler begegneten diesen Einschränkungen rnit Grenzüberschreitungen. Bereits
more » ... itungen. Bereits Alexander Skrjabin hegte den Plan für ein Projekt, das Klang, Licht und Duft vereinigen sollte. In jüngster Zeit wird von Seiten der philosophi schen Ästhetik versucht, dern Begriff "aisthesis" (Wahrnehmung) umfas sender Rechnung zu tragen. Gleichzeitig finden Intensivierungen der psy chologischen Forschung zu den interrn odalen Qualitäten statt. "Syn-Ästhesien", die Sehen, Hören und Riechen betreffen, sind irn künstlerischen Denken seit dern 20. Jahrhundert keine Seltenheit. Mehr fach hat die 1955 in Harn burg geborene Künstlerin Katja Kölle, prädesti niert durch eine Doppelausbildung (Bildende Kunst und Musik) , Environ ments und Installationen geschaffen, die den Gesichts-, Gehör-und Ge ruchssinn ansprechen. Sie intendiert eine ganzheitliche Wahrnehmung, die nicht auf eine präzise umrissene physikalische Materialität zurückgeführt werden kann, wie aus ihrer Prograrnrnnotiz zu einer Installation von 1998 hervorgeht:
doi:10.23668/psycharchives.2989 fatcat:jkk53mwluvdztp2ypda5vba2zu