Bremer, O.: Zur Lautschrift

O. Brenner
1901 Indogermanische Forschungen  
t>en des Dienens erscheint, ist sicher von der Grundbedeutung auszugehen; mhd. kann einem hoeren noch = zuhören sein. § 297 •dass der Dat. bei galeiks auf einen Comitativ zurückgeht, ist doch nicht zweifelhaft, da das Adj. in Verbindung mit dem Instr. hi vorkommt, wie auch ahd. thiu gilih. Bei anderen Verbindungen, wie z. B. qinö liugada anparamma ( § 311) hat M. an der Annahme •eines Comitativs festgehalten, obgleich sie hier weit weniger begründet erscheint. Leipzig. K. v. Bahder. Bremer 0.
more » ... Bahder. Bremer 0. Zur Lautschrift. (Grammatiken deutscher Mundarten. Anhang z. Band I). Leipzig Breitkopf u. Härtel 1898. 21 S. Bremer hat seit dem Erscheinen seiner Phonetik an seiner Lautschrift einige Mängel entdeckt und sucht-diese in dem Schriftchen "Zur Lautschr." abzustellen. Das führt nun wieder zu dem "Übelstand, dass Bd. I der Grammatiken eine etwas andere Lautschrift zeigt als der zweite. Der Leser hat mit dem Bremerschen System schon ohnedies seine Mühe; so ist ein Umdenken von einem Band zum anderen nicht eben angenehm. Von Anfang an war auf den Typenvorrat der Druckereien Rücksicht genommen; dadurch wurde der Grundcharakter der Schrift bedingt (Mischung lateinischer und griechischer T3'pen, Verwendung der eckigen "Zirkumflexe" mit besonderer Bedeutung); aber die Rücksicht schwand mehr und mehr und so sind nun eine Reihe eigens geschnittener Typen neben den überlieferten gebraucht. Bremer legte Gewicht darauf, für jede Lautfärbung ein eigenes Zeichen, nicht nur ein über-oder untergesetztes Unterscheidungsmerkmal zu haben. In der That ist es aber gleich, ob ein Strich durch den Buchstaben gezogen oder oben •oder unten angesetzt ist. So musste Bremer auf jedes optische System, auf jede Symbolik verzichten; die Weite eines Vokales wird auf die verschiedenste Art bezeichnet. In seiner neuen Arbeit hat Bremer nun das Zeichen der Enge -, das allerdings symbolisch •eher als Merkmal der Weite aufgefasst werden könnte, beseitigt. Dadurch sind die Reihen aber verschoben worden (altes e jetzt e, altes e jetzt ce) und sind neue Zeichen nötig geworden, die ein sehr -aufmerksames Auge verlangen, ja z.T. dem Auge wehe t-hun. Als Fortschritt möchte ich die Vertauschung der griechischen Zeichen für "sanfte Reibegeräusche" gegen die altenglischen bezeichnen. Sprachgeschichtlich zu beachten sind die Bemerkungen über das 9. Bremer erklärt, dass in unbetonten Silben der Vokal ebenso bestimmt artikuliert sei als in betonten, dass also a für den Endungsvokal zu farblos sei. In der That wird z. B. die Verkleinerungssilbe ' l& in Oberdeutschland, ja innerhalb Schwabens recht verschieden ausgesprochen; aber mau hat dem auch schon z. B. in "Bayerns Mundarten" vielfach Rechnung g-etragen. Andererseits kommt gerade in den unbetonten Silben eine Färbung des e vor, die dem Gleitlaut in gdnade und dem zweiten Teil von Diphthongen wie mö, i9, ea, 09 gleich ist, die bei a, o, u, U, ö auch vorkommt und überall mit einer Senkung des Kehlkopfes verbunden ist, ja vielleicht gerade durch sie veranlasst ist, so dass 9 nur ein Glied einer besonderen Reihe ist, die ich in der Lautschrift von "Bayerns Mundarten" mit einein gemeinsamen Symbol (ä, e usw.) versah; sie durch ¡Umkehrung zusammenzufassen geht wegen u (i, ü) nicht an. Weniger bedeutsam ist, dass Bremer jetzt die Unterscheidung Brought to you by |
doi:10.1515/if-1901-0136 fatcat:6inlb3vi7ncs7ii2w3yzy5set4