Androgenserumkonzentrationen, polyzystische Ovarien und internistische Komorbidität bei Frauen mit einer Borderline Persönlichkeitsstörung [article]

Julia-Maleen Kronsbein, Universitätsbibliothek Der FU Berlin, Universitätsbibliothek Der FU Berlin
2010
Die vorliegende Arbeit hat sich mit der Frage befasst, ob bei Patientinnen mit der Diagnose einer Borderline Persönlichkeitsstörung (BPS) die Androgenserumkonzentrationen erhöht sind, ob diese Patientinnen vermehrt polyzystische Ovarien (PCO) haben und ob die für die BPS typischen psychopathologischen Merkmale Aggressivität, Impulsivität und Depressivität sowie bulimisches Essverhalten mit veränderten Androgenserumkonzentrationen assoziiert sind. Die Ergebnisse haben gezeigt, dass Patientinnen
more » ... it der Diagnose einer BPS signifikant höhere Androgenserumkonzentrationen (17α-OHP mit p = 0,016; Androstendion mit p = 0,020) aufweisen als die Frauen einer psychiatrisch und endokrinologisch unauffälligen Vergleichsgruppe. Diese erhöhten Konzentrationen sind unabhängig vom Body Mass Index (BMI) und PCO- Status. Sie haben mit Trend zur Signifikanz häufiger PCO (p = 0,060), signifikant häufiger unregelmäßige Menstruationszyklen (p = 0,011) und sind signifikant häufiger übergewichtig (BMI mit p = 0,001) mit signifikant stärker abdominalem Körperfettverteilungstypus (Waist-to-Hipp-Ratio mit p = 0,004; Taillenumfang mit p = 0,007). Der Trend zum Übergewicht beginnt in der Patientengruppe bereits in der Pubertät. Der Free Androgen Index (FAI) (als Maß für das bioaktive Testosteron) ist signifikant positiv korreliert mit depressiven Symptomen (p = 0,045). Er hat sich als unabhängig von impulsiven und aggressiven Verhaltensauffälligkeiten gezeigt. Mit den erhöhten Androgenserumkonzentrationen, den PCO und dem Übergewicht mit abdominalem Fettverteilungsmuster ist ein hohes Risiko für metabolische Störungen und kardiovaskuläre Erkrankungen verbunden. Die Verbindung stellt dabei ein gestörter Glukosemetabolismus dar. In der Interaktion mit dem viszeralen Fettgewebe und der Hyperandrogenämie entsteht ein Circulus vitiosus, der zu dem erweiterten Komorbiditätsspektrum bei Frauen mit einer BPS führt. Klinisch bedeutsam sind die gewonnen Erkenntnisse, da effektive pharmakologische und nicht-pharmakologische Behandlungsmöglichkeiten bes [...]
doi:10.17169/refubium-17151 fatcat:m633v2fs4rhadk2niypfou4hr4