3. Die Stellung von PTB und PTZ innerhalb des literarischen Marktes der deutschen Emigration in Frankreich [chapter]

1997 Markt und intellektuelles Kräftefeld  
Die publizistischen Ursprünge des modernen Zeitungsfeuilletons 1 reichen bis auf die Anzeigen-und Intelligenzblätter der Aufklärung zurück, die neben amtlichen Nachrichten und privaten Mitteilungen gelehrte Betrachtungen zu Themen des geistigen und wissenschaftlichen Lebens enthielten (die sogenannten Gelehrten Artikel, Vorläufer der Kunst-und Literaturkritik). Im Französischen hatte der Ausdruck feuilleton zunächst nur das Anzeigenblatt des Journal des Débats bezeichnet, in dem der Abbé
more » ... dem der Abbé Grégoire au rez-de-chaussée, d. h. am unteren Rand einer Seite, erstmals Theaterkritiken veröffentlichte. 2 In der deutschen Presse hatte sich der Ausdruck zu Beginn des 19. Jahrhunderts als generelle Bezeichnung für den Kultur-und Unterhaltungsteil einer Zeitung durchgesetzt. Doch wirkte das französische Vorbild in der typographischen Gestaltung des deutschen Zeitungsfeuilletons weiter: Sein traditioneller Ort war »unter dem Strich«, der die Bereiche von Politik-und Kulturteil auch redaktionell abtrennte. 3 Diese »Randexistenz« führte das Feuilleton zunächst im 19. Jahrhundert weiter, obgleich es damals bereits eine beachtliche inhaltliche Ausweitung erfuhr: Neben den kulturkritischen Rubriken (Theater-, Kunst-, Literatur-u. Musikkritik) umfasste die
doi:10.1515/9783110937343-005 fatcat:j6xlfobjb5duppsrag2ccu4fsi