Berichte der Deutschen Botanischen Gesellschaft; Band XXXIV, Heft 4, 1916

1916 Die Naturwissenschaften  
Beitrag zur Ken.ntnis der Kernt¢ilungen der Charaveen; yon Fr. Oehlkers. (Mit I Abbildung im Text.) Bei der Xeim~ung der Zygote yon Chara foetida refit sich der Kern zweimaI hintereinander, so dal] vier Einzelkerne entstehen. Von den drei angetegten W~nden werden zwei aufgelSst~ die dritte sondert einen der 4 Kerne in einer protoptasmatische~ Kuppe ab, wodurch die Spitzen der Zy~0te ausein.~ndergedr~ngt ~erden. Dieser Kern bildet naeh einigen weiteren Teitungen einen vollst~tndigen Knoten, an
more » ... m SproB und Rhizokten des jungen PfIanzchens e n t s~h e n . Die drei zurfickbleibenden Kerne degenerieren. Es gelang, die Chromosomenzuhl bei der zweiten Teilung in tier Zygote als 16 festzustellen, .also der Zahl tier vegetativen TeL lung. Demnach erfolgt die Reduktion in tier ersten Teilung, so dal~ sich die diploide Generation auf die ruhende Zygote beschrgnkt. ~)ber die Kreuzung ei~zelliger, haploider Organismen.: Chlamydomonas; yon A. Paseher. (Sift 5 Ab-biMungen im Text.) Dinoflagellaten als Erreger von totem Schnee; yea Otto Suehlandt. (]Kit 1 Abbild. im Text und Tafel III.) Auf dem Else des Davoser Sees in. groBen Kurven auftretender refer Schnee e r g a b a~s alleinigen Erreger eine Hgmatoehrom und Chromatophoren ffihrende Dinofla,gell~te, die in der botanischen Literatur bisher nicht beschrieben war. Sie wurde neu benannt, und zwar Glenodinium Pascheri. ~)ber die Abstammu,~g der Para-Piassave; you T. F. Hanauseta (~i t 3 Abbildungen im Text.) Die Angaben fiber die Abstammung der Para-Piassave yon Leopo!dinia Piassab~ Wall. war bi,s.her nieht sicher bewiesen, da dos authentische Vergleichsmaterial fehlte. Veto Berliner ~[useum erhielt ttofrat yon Wiesner Blattscheidenstficke yon Leopoldinia p~lchra Mart., die ~uf seinen Wunsch der Autor untersuchte. Es kommen einfache und zusammengesetzte FaserbfiadeI vor; die einfachen bestehen ares Blattfasern mit Siebteil und G e f~t e i l oder ohne diese, die zusammengesetzten bestehen aus mehreren --etwa bib 6 --Ein~zelbiindeln, die durch parenchymatische Gewebeplatten verbunden sind. Sie sind genau so gebaut, wie die als Para-Piassave bezeichnete Ware. Diese stammt daher ohne Zweifel ~on Leop01dinia sp. und zum grSBten Tell wohl yon Leopoldinia Pi~assaba. Beitrag zur Kenntnis der Gattung Salvinia; yon M. MSbiss. (Mit Tafel IV.) Die Vegetations-and Fsuktifika£ionsorgane yon Salvinia auriculata werden nach Material beschri.eben, dab ~erfasser aus einer Aquarienhandlung in Frankfurt erhalten hat. Sie sind etwas, a~ber nicht wesentlich yon denen bei S. natans verschiegen. Die Sporangien bilden eine Ahre am mittels~en Strahl des Was~serblattes, die weiblichen an der Bessie, die mEnnlichen welter oben sitzend, beide gro~enteils verkiimmert. Die normalen Mikrosporanglen enthalten nur 32 (.oder 16) Sporen. Bemerken,swert ist noch der Bau 4er Borstenhaare. ~ber die Befruehtung und die Reduktionsteilung bei Nemalion multifidu.m; von Harold Kylin. (Mit 7 Abbild. im Text.) Die Spermatien sind bei der Entla~sung aus den Spermatangien einkernig, we~,den aber, nachdem sie sich anf die Trichogyne angeklebt haben, zweikernig. Der eine Kern wamdert nach dem Karpogonbauch, hin~nter ,und verschmilzt ,do mit dem Eikern. Beide @eschleehtskerne befinden sieh bei ihrer Verschmelznn,g im Ruhestadium. Die erste Teilung des Zygotenkerns ist .eine Red~ktionsteilung, un4 nach dieser Kernteilung t e i l t sich dos Karpogon in zwei Z.ellen. Aus d e r oberen dieser Zellen wgchst tier Germinoblast heraus. Die haploide Chr, omosomenzahl ist etwa IO.
doi:10.1007/bf01500467 fatcat:bjvs6pg2nvd33bhoh46igid4fu