Ueber die Vertheilung des Stickstoffs im Eiweissmolekül

Walther Hausmann
1899 Hoppe-Seyler´s Zeitschrift für physiologische Chemie  
Die Merkmale, die uns derzeit für die Unterscheidung der einzelnen Eiweissstoffe, als Albumine, Globuline, Vitelline, Caseine u. s. w., zur Verfügung stehen, betreffen zum grössten Theile Eigenschaften, die von der Constitution dieser Stoffe anscheinend unabhängig sind. In neuerer Zeit pflegt man daher mit Recht gerade auf jene Reactionen erhöhtes Gewicht zu legen, welche, wie die Abspaltbarkeit von Schwefel-oder Nucleingruppen, die Millon'sche Probe, die Furfurolreactionen, einen mehr oder
more » ... einen mehr oder minder sicheren Hinweis auf constitutionelle Verschiedenheiten geben. Nun ist es durch eine Reihe mühevoller Untersuchungen nach und nach gelungen, die wesentlichen Spaltungsprodukte der Eiweisskörper klar zu legen. Für die physiologische Verwerthung kann aber diese Erkenntniss nur dadurch fruchtbar gemacht werden, dass man über das Vorkommen der die Eiweisskörper constituirenden Gruppen nicht bloss qualitativ, sondern auch quantitativ Aufschluss erhält. Quantitative Zerlegung der Eiweisskörper, namentlich durch Einwirkung von Säuren, haben vor Allem Hlasiwetz und Habermann, 1 ) in jüngster Zeit wieder R. Cohn 2 ) angestrebt. Aber selbst wenn auf diesem Wege durch möglichste Isolirung der einzelnen krystallisirten Spaltungsprodukte das gesteckte Ziel erreichbar sein sollte, so bleibt ein solches Verfahren doch nur dort anwendbar, wo das Ausgangsmateriai in erheblichen Mengen zugänglich ist. Ueberdies setzt es monatelange Arbeit behufs Trennung und Reinigung der ein-1) Annalen der Chem. u. Pharm., Bd. 169, S. 50. 2) Diese Zeitschrift, Bd. XXII, S. 153 u. Bd. XXVI. S. 395. Brought to you by | Purdue University Libra Authenticated Download Date | 5/25/15 11:48 PM
doi:10.1515/bchm2.1899.27.1-2.95 fatcat:uwogfvtuejdipkp6p3fwo47q5m