Zur Brandwundenbehandlung

1922 Deutsche Medizinische Wochenschrift  
Während meines Aufenthaltes als Kriegsgefangener in Aegypten arbeitete ich längere Zeit im Operationssaale eines Kriegsgefangenenhospitals. Dort hatte ich Gelegenheit4. ein Präparat zur Behandlung von Brandwunden kennen zu lernen, welches mit großartigem Erfolge angewandt wurde. Für den Iebrauch wurde dies in Tafeln gegossene Paraffin bei gelinder Hitze geschmolzen und mit einem Haarpinselchen auf die Wunden aufgetragen bis zur vollkommenen -Bedeckung. Der Verband, der das Pflaster umschloß,
more » ... laster umschloß, blieb immer längere Zeit liegen. Der Heilungsprozeß ging sehr rasch vonstatten. Bei infizierten Wunden wurden vor Anwendung des Paraffins erst feuchte Verbände angelegt, bis die Wunden sauber waren. Ich erinnere mich deutlich zweier Fälle von Anwendung mit ausgezeichrietem Erfolg. DEUTSCHE MEDIZINISCHE -WOCHENSCHRIFT 95 Ein Türke hatte sich mil heißem flüssigen Zucker den ganzen Daumenballen mit angrenzenden Teilen der Hand verbrannt. Nach erfolgter Behandlung und Heilung konnte man kaum noch etwas sehen. Die Oebrauchsfähigkeit der Hand hatte nicht im geringsten gelitten. Ein Engländer hatte nach Verbrennung mit Acid. carbolic, einen großen l-Iautdefekt am Arme. Auch diese Wunde war nach kurzer Zeit bei Behandlung mit dem genannten Paraffin vollkommen geheilt. Das Rezept lautet folgendermaßen: ß-Naphlhol resubl. 0,25 01. Eucalypt. 2,0 01. 011v. 5,0 Paraffin, molle 25,0 Paraffin. dur. 67,75 Dieses Dokument wurde zum persönlichen Gebrauch heruntergeladen. Vervielfältigung nur mit Zustimmung des Verlages.
doi:10.1055/s-0028-1132696 fatcat:fc5tctjj5jc5bjsgpblghzb43m