Zur Erinnerung an Rudolf Schmitt

Ernst von Meyer
1898 Journal f�r Praktische Chemie  
Ein treuer Mitarbeiter dieser Zeitschrift ist am 18. Februar dieses Jahres durch den Tod abgerufen worden. Ihm, dem langjahrigen Freunde der Herausgeber des Journals f. prakt. Chemie gelten die nachfolgenden Zeilen. Das Professoren -Collegium der technischen Hochschule zu Dresden, an der er nahezu ein viertel Jahrhundert gewirkt hat, widmete ihm einen Nachruf, der auch an dieser Stelle mitgetheilt werden soll, da er seiner eigenartigen, nachhaltigen Thatigkeit in Kiirze gerecht wird: "Rudolf S
more » ... ht wird: "Rudolf S c h i n i t t hat 23 Jahre hindurch unserer Hochschule angehort, und das Andenken an seine bedeutsame und hochst erfolgreiche Thatigkeit ist, obschon er seit einigen Jahren von seinem Lehramt zuruclrgetreten war, nicht nur unvergessen, sondern lebendig und fortwirkend geblieben. Ein hervorragender Forscher auf dem Gebiete der organischen Chemie ist er, obgleich rein wissenschaftlich thatig, mittelbar der Schopfer grossartiger Industrieen geworden. Die grosse Zahl seiner Schuler verehrt in ihm einen unvergleichlichen Lehrer und Meister chemischer Wissenschaft. An der Entwicklung unserer Technischen Hochschule hat er in selbstloser, eifrigster Hingabe und geistvoller Erkenntniss der grossen Ziele einen fijrdernden und maassgebenden Antheil genommen. Die dankbare Erinnerung an seine treue collegialische Gesinnung und seine machtige Personlichkeit wird in unserem Kreise nie erlijschen und stets in hohen Ehren gehalten werden." Einigen Aufschluss iiber Rudolf Schmitt's fruhere Entwicklung magen die folgenden Mittheilungen geben , die ich der Gute der Pamilie und einiger seiner Freunde verdanke, zum Theil aus eigner Erinnerung geschijpft habe. Rudolf S c h m i t t erblickte am 5. August 1830 das Licht der Welt in einem kleinen Pfarrhaus zu Wippershain im damaligen Kurhessen. Bald schon kam der Vater, als Prediger,
doi:10.1002/prac.18980570130 fatcat:6uh6yrml55abdcmred5xlsomy4