Über das Stachydrin. Vorläufige Mitteilung

E. Schulze, G. Trier
1909 Hoppe-Seyler´s Zeitschrift für physiologische Chemie  
Das von A. v. Planta und E. Schulze 1 ) in den Stachysknollen aufgefundene Stachydrin, C 7 H 13 N0 2 , eine in vielen Punkten dem Betain ähnliche Base, ist später von E. Jäh n s 2 ) aus den Blättern von Citrus vulgaris dargestellt worden. Jäh n s fand, daß diese Base beim Erhitzen mit sehr konzentrierter Kalilauge: Dimethylamin liefert, und sprach infolge davon die Vermutung aus,*daß sie eineDimethyl-Amidoangelikasäure sei, wobei er sich noch auf den Nachweis einer Carboxylgruppe im Stachydrin
more » ... uppe im Stachydrin stützte. Doch ist auf Grund der Arbeiten R. Willstätters 3 ) anzunehmen, daß eine Base von solcher Konstitution durch Übermangansäure schon in der Kälte rasch oxydiert werden würde; dies trifft aber beim Stachydrin nicht zu, wie wir bei Wiederaufnahme der Untersuchung dieser Base konstatieren konnten. In den bezüglichen Versuchen lösten wir kleine Mengen von Stachydrin und Stachydrinchlorid in Wasser und fügten zu diesen Lösungen je einen Tropfen verdünnter Permanganatlösung und etwas Schwefelsäure hinzu. Die durch das Permanganat schwach rot gefärbte Stachydrinlösung entfärbte sich auch nach mehrtägigem Stehen nicht; bei der Lösung, die das Stachydrinchlorid enthielt, trat nach etwa 24 Stunden Entfärbung ') Berichte d.
doi:10.1515/bchm2.1909.59.3-4.233 fatcat:rheevgu3bfc5tocc5l6yb5pbwq