Ueber den sogenanten Herapathit und ähnliche Acidperjodide

S. M. Jörgensen
1876 Journal für Praktische Chemie  
JBrgensen: Ueber den sogenannten Herapathit etc. 213 es eine Molekularverbindung ware, sicb in Schwefelathyl und Aethylalkohol spalten miisste, so geht ein Oel ubm, das schwerer als Wasser und darin unloslich ist. Dasselbe ist zwisohen 460 und 85O vollstiindig fliichtig, also sicher kein Schwefelathyl, dessen Siedepunkt bei 910 liegt. Bus dem zwischen 82 und 83O aufgefangenen Theile des Dastillats scheiden sich beim Stehen weiese, nadelformige Krystalle ab. Eine Formel fur diese Verbindung
more » ... ese Verbindung konnte ioh bisher aus den Anaiysen nicht gewinnen j jedenfalb hatta ich sie noch nioht in reinem Zustande. Auch der vollstiindig veriinderte ohemische Charakter der Korper, Bus denen die Sulfinverbindungen sich BUsammeneetzen, sowie die Leichtigkeit, rnit der sie weitere Doppelverbindungen mit anderen Salzen eingehen , liisst sich nicht wohl mit der Annahme, dess dieselben sogenannt e Moleku lar v erbindun gen s ei en, v er einigen . L e i p zig, K o I b e's Laboratorium. Ueber den sogenannten Herapatlhit und iihnliche Acidperjodide; ' ) von 5 . M. Jorgensen. I. Einleitung. Obwohl der Herapathit nicht in chemischen Werken oder Zeitschriften friiher als 1852, da W. B. H e r a p s t h 9 Diese Arbeit ist ale Fortsetzung und Sohluss meiner in dies. Journ. [2] 8, 828 veriiffentlich&n Untmuahungen der Superjodide zu betrachten. Dieser letatere Theil Iiegt schon eeit vorigem Sommer mit mehreren Details, welahe hier nicht aufgenommen Lnd, in K. Danske Videnskabernes Selskaba Shiftier [5] 12, 1875, gedruckt vor. 2) Bouahardat, Manuel de matihre midicale. Paris 1865, 2, 384. J) Phil. Mag. [a] 3, 161; 4, 186. s. 261. und iihnliche Acidperjodide. 215 Versuche, welche andeuten, dass das Jod in der Verbindung weder Wasserstoff substituirt (in diesem Falle musste, wie er meint, gleichzeitig Jodathyl entstanden sein, was nicht geschah), noch als Jodwasserstoff zugegen ist (siehe hieruber nlher unten). Die Zusammensetzung findet er Ueber die Krystallform und die optischen Eigenschaften theilt er hier und spater Naheres mit, was sich im Allgemeinen mit einer einzelnen Ausnalime bestatigt hat. I n mehreren folgenden Abhandlungen liefert er wesentlich nur detaillirte Angaben von den Bedingungen der Bildung von so grossen Krystdlplatten, dass sie zu optisohen Instrumenten verwendbar sind. Van Interesse ist es, dass er es nothig findet, die "kunstlichen Turmaline" zu jodiren und beobachtet, dass sie hierdurch mehr goldgelb werden. Dies beruht namlich auf der Bildung einer anderen, jodreicheren Verbindung, die weiter unten beschrieben wird. Bald aber beschreibt ers) naher die chemisohen und physikalischen Eigenschafken des Herapathits. Derselbe zeigt bei 1 5 , 5 O 1,895 spec. Gew., lost sich sehr schwer in Aether, Terpentinol und Wasser, nicht in Chloroform. Siedendes Wasser lost 0,001, Weingeist (von 0,831 spec. Gew.) lost bei 13,9O 0,0154, beirn Sieden 0,02; Essigsame (von 1,042 spec. Clew.) bei 15,5O 0,00133, beim Sieden 0,01667; Schwefelsaure von 1,042 spec. Gew. 16st nicht in der Kalte, wohl aber bei Erwkrmen; conc. Schwefelsaure lost leicht, conc. Salzund Salpeterdure, so wie Alkalien zersetzen, Schwefelwasserstoff zeraetzt die weingeistige Losung untei. Sch wefelabscheidung. Jetzt fangen die Arbeiten Herapath's an, auch die anderen Chinabasen zu umfassen. Aus einer Losung des Chinidins ( P a s t eu r's C.) in uberschussiger verdunnter Schwefelsaure , mit 2 Maass Weingeist versetzt un d auf 1) Hier wie in Herapath's iibrigeq Formeln habe ich, urn Verwechselnngen vorzubeugen, C = 12, 0 = 16 u. a. w. eingefithrt. 2) 8. Zamminer, Ann. Chem. Pbarm. 84, 154 Note. 3) Phil. Mag. [4] 9, 366. -Dies Journ. 65, 380. -_ -. -__ 216 Jargensen: Ueber den sogenannten Herapatkt 550 erwarmt, erhiilt err) bei Zusatz von Jodtinctur und Brkaltenlassen rothe Nadeln , die, aus Weingeist urnkryshllisirt, granatrothe, liseitige Prismen bilden yon der Zusammensetzung C s N* 04, J 4 , Hz SOI, 5 Hz0-Gleichzeitig erwiihnt er kurz eine Cinchonidinverbindung (Pasteur's C.), dieselbe ist dem Herapathit sehr ahnlich, erscheint jedoch in reflectirtem Lioht goldgriin , in durchfallendem polarisirtem Licht, wenn die Polarisationsebene senkrecht auf der Langenaxe der Krystallblatter liegt, himmelblau, indigllau oder sahwarz. Auch die Zusammensetzung ist verschieden 2). Weitere Mittheilungen iiber diese nnd iihnliche Verbindungen liefert H e r a p a t h bald nachher3) in einer grosseren Abhtmdlung. Der michtigste Inhalt dieser Hauptabhandlung ist folgender. Alle diese Verbindungen enthalten Schwefelsaure, Jod und eine organische Base "more or less modified in character ". Diese, schon in B e r a p a t h's vorbergehen der Ahhandlung durch die Forniel der Chinidinverbindung angedeutete AuIrassung, die Atomgruppen der Alkaloide mien in diesen Verbindungen zersetzt und die Atome andars verbunden, wird hier vollstandig durch- gefiihrt. Alle diese Verbindungen krystallisiren mit sehr charakteristischen physischen und optischen Eigenschaften. lhre Bildungsbedingunpn solleri spater erwiihnt werden. Das Chininsalz (der von H a i d i n g e r * ) sogenannte Herapathit) bildet, rhombische Rliitter von ll5O und 65* 6, von den1 optischen Charakter: 11 fast undurchsichtig, + blase 1) Chsm. Gaz. 1857, No. 345, 96. -Dies Journ. 71, 104. 2) Wahrend die Chininverbindung 32,6 Proc. J und 10,6 SO3 halt, findet H s r a p a t h in der Cinchonidinverbindung 39,3 Yroc. J und €46 SO,. 3) The Quart. Journ. of the chem. SOC. 11. 130. 4) Wiea. Akad. Ber. 10, 106. 6) Niheies uber versohiedene Combinationeu 4. Abstracts of the 1858. Papers. c o i n n~ to the ' 12. SOC. of London 6, 398.
doi:10.1002/prac.18760140113 fatcat:7bhgpju53rcpzmk6bi7iv3mnve