Zusammensetzung des Hämatoïdins

Ch. Robin
1856 Journal für Praktische Chemie  
Durch Vermittlung des Herrn M e r c i e r erhielt ich gegen 3 Grm. einer krystallisirten Substsnz, welche sich in einer -Wassergeschwulst der Leber eines Nenschen gebildet hatte und welche identisch war mit den hisher ofter beobachteten Krystallen, welche sich im thierischen Organismus in ausgetretenem Blut, hei dessen Stagnirung bilden. Bekanntlich ist dieser Korper Hamatoi'din genannt worden. Der von C h e v r e u 1 1827 unter dem Narnen Hamatosin beschriebene Blutfarhstoff, welcher , obwohl
more » ... , welcher , obwohl mit Unrecht, von einigen Chemikern auch Hamatin genannt wird, ohschon C h e v r e u l mit letzterem Namen den Farbstoff von IIdmatoxylon cantpechiamim, L. belegt hat, ist bekanntlich nicht krystallisirbar. Es bilden sich fast jedesmal , wenn durch Blutungen im lebenden Organismus sich Blut in die Gewebe ergossen hat, nach 4 oder 5 Tagen mikroskopische kleine, sehr schone Krystalle, zuweilen &us nadelformigen Gruppen bestehend. Die meisten derselben bilden schiefe Prismen rnit rhombischer Basis und sind voii schon rother Farhe. Diese Krystalle sind 1830 von E v e r a r d H o in e, 1842 von R o k i t a n s k y , 1843 \-on S c h e r e r , 1846 von Z w i c k y und 1847 von V i r c h o w unter den1 Nsmen Hamatoidin beschrieben worden. Die chemische Snalyse derselben zeigt, dass das krystallisirbare Hamatoidin aus dem nicht krystallisirbaren Hamatosin durch hustreten des ganzen Eisengehaltes und Aufnahme von einem bequiv. Wasser entsteht. Das in Prismen so wie dns in Nadeln krystnllisirte Hamatoi'din ist ziemlich hart, briichig und bricht das Licht stark unter dem Mikroskop. Die Krystalle sind im Innern von lebhaft orangerother oder ponceaurother Farbe , an Joiirn. f. prrtkt. Chemie. LXVII. 3. 11
doi:10.1002/prac.18560670132 fatcat:rb5idc5orfgmphb2wzs7qrhina