Theresia Heimerl/Lisa Kienzl (Hg.): Helden in Schwarz. Priesterbilder im populären Film und TV. Unter Mitarbeit von Kathrin Trattner

Heinz Niederleitner
2014 Communicatio Socialis  
Wer heute einen katholischen Priester sehen will, muss in die Kirche gehen oder den Fernsehapparat einschalten. Erfahrungsgemäß tun deutlich mehr Menschen in unseren Breiten das Letztere" (S. 7). So beginnen die Herausgeberinnen die Einleitung zum vorliegenden Band, der acht Aufsätze von zumeist Doktorandinnen und Doktoranden der Religionswissenschaft beinhaltet. Das Thema ist nicht nur spannend, sondern auch für die Kirche von Bedeutung: Aufgrund des Priestermangels haben Menschen heute
more » ... nschen heute tendenziell weniger Kontakt zu realen Priestern. Die Frage, welche Priesterbilder medial vermittelt werden, wird immer wichtiger. Dabei ist es richtig, nicht nur journalistische Priesterbilder zu untersuchen, sondern auch solche in populären fiktionalen Produkten ("Arthousefilme" sind im Band ausgeklammert). Die Beiträge spannen einen weiten Bogen: von Priesterfiguren im Historiengenre (Kardinal Richelieu in mehreren Filmen, "Der Name der Rose", "Die Borgias") und Don Camillo über "kriminalisierende" Geistliche (z. B. Pater Brown und Pfarrer Braun), Priester in "Liebesnöten" (u. a. "Die Dornenvögel" und "Die Versuchung des Padre Amaro") bis hin zum Exorzisten der gleichnamigen Filmreihe. Ein Beitrag widmet sich Priestern in Mystery-Filmen, zum Beispiel den Dan Brown-Verfilmungen "The Da Vinci Code -Sakrileg" und "Illuminati". Die deutschen "Hochwürden"-Filme mit Georg Thomalla und der US-Streifen "Glauben ist alles" sind Beispiele im Beitrag über Priester in Komödien. Und nicht zu unterschätzen ist der Text über Priester in Werbespots. Angemerkt werden muss, dass es um Figuren geht, die von kirchenfernen Menschen vermutlich als "Priester" wahrgenommen werden, auch wenn sie es theologisch gesehen mitunter nicht sind (z. B. Laienbrüder). Dass die Auswahl natürlich selektiv ist, räumen auch die Herausgeberinnen ein -es ist ihnen nicht zum Vorwurf zu machen. Diskutierenswert wäre freilich, welche Filme welche Zielgruppe ansprechen: Denn vermutlich sind "fantasiereiche" Filme wie "Illuminati" bei jüngeren Leuten beliebt, die tendenziell weniger Kontakt zur realen Kirche haben als Ältere. Interessant wäre auch, wie Priester in TV-Krimis ohne "Priesterdetektiv" dargestellt werden, man denke an die "Tatort"- Literatur-Rundschau
doi:10.5771/0010-3497-2014-3-390 fatcat:evvrl5jr6zeuxn7rpivxotmeje