Meliorationen und Landschaftsbild im Kanton St. Gallen

H. Braschler
1949 Geographica Helvetica  
19391945 herrscht in unserem Lande vielfach die Auffassung, es sei nun alles durch¬ melioriert. Daß dem nicht so ist, soll im folgenden am Beispiel des Kantons St. Gallen gezeigt werden, wobei sich auch ergeben wird, wie stark die Kulturtechnik am Gestal¬ tungswerk der Landschaft beteiligt ist. In diesem vielgestaltigen, vom Mittelland über die Voralpen zu den Alpen reichen¬ den Gebiet spielten Meliorationen von jeher eine wichtige Rolle. Von älteren Bemühun¬ gen abgesehen, wurden schon 1884
more » ... urden schon 1884 Güterzusammenlegungen im Anschluß an Bach-.«* mm iv.A w* «: >' Abb. 1. Neuer Alpstall, Alp Kohlschlag, Mittelsäß, Gemeinde Mels. Querstall für 140 Stück Vieh. Erstellt 1947 korrektionen ausgeführt. In der folgenden Zeit traten sodann verschiedene weitere Formen von Meliorationen hinzu, die die Finanzen des Kantons wie die von Bund, Gemeinden, Korporationen und Privaten stark beanspruchten. Für Bodenund Alp¬ verbesserungen allein wurden von 1884 bis 1939 25800000 Franken ausgegeben; während der letzten Kriegszeit kam eine Summe von 69996000 Franken hinzu, so daß gegenwärtig über 95 Millionen Franken in Meliorationen investiert sind. Das Bodenverbesserungswesen wird seit 1898 vom kantonalen Kulturingenieur betreut. Bis 1944 war das kantonale Kulturingenieurbureau vom Vermessungsamt getrennt. Das erstere war dem Volks¬ wirtschaftsdepartement, das letztere dem Baudepartement unterstellt. Um eine bessere Koordination beider Arbeiten und eine rationellere Personalverwendung zu erreichen, beschloß der Regierungsrat die Vereinigung dieser Dienststellen zu einem kantonalen Meliorationsund Vermessungsamt. Neben der Oberaufsicht über die in Durchführung begriffenen Meliorationen und die Begutachtung einlaufen¬ der Projekte übernimmt das Amt selber Projekte und bearbeitet hauptsächlich die generellen Projekte bei den Gesamtmeliorationen. Für die Projektierung und Bauleitung bestimmter Bodenverbesserungen werden verschiedene private Ingenieur-und Grundbuchgeometerbureaus beschäftigt.
doi:10.5194/gh-4-129-1949 fatcat:p6tp7hak4fgyfp3cz4l743maka