J. Duquesne, Professeur à la faculté de Droit de Grenoble, La Translatio Iudicii dans la Procedure Civile Romaine

Leopold Wenger
1911 Zeitschrift der Savigny-Stiftung fur Rechtsgeschichte. Romanistische Abteilung  
Literatur. 459 ist natürlich nur, wie bemerkt, vom romanistischen Standpunkt aus diskutabel, der dem zur Zeit der Separation bzw. Perzeption Berechtigten die Früchte zuspricht, nicht dem Säenden. Der Verf. untersucht mit gediegener Verwertung aller nur in Betracht ziehbaren, gesetzlichen Regelungen -deutsches, italienisches, französisches, spanisches, portugiesisches, südamerikanisches Recht ist da in fleißigen, anspruchslosen Noten zusammengetragen -, die auf romanistischem Boden fußen, sowohl
more » ... Boden fußen, sowohl die Beantwortung der Frage de legibus latis, als auch die beste Lösung des Problems de lege ferenda. Es scheint zunächst gerecht, die Frage für den Eintritt des Usufruktuars während der Wirtschaftsperiode nicht anders zu beantworten, als für den Eintritt des Eigentümers während der Zeit der hängenden Frucht. Die römischen Quellen geben auch zu einer verschiedenen Lösung keine Handhabe, wenngleich nur für den Eintritt des Usufruktuars Julian die Frage positiv entscheidet, indem er die vor Eintritt des Usufruktuars erwachsenen Kosten ohne Ersatz dem Eigentümer zur Last legt. Das ergibt D.7, 1, 34,1 (S. 155»). Der Verf. billigt solche konforme Lösung des Problems nicht. Weder dürfte beiden der Kostenersatz verweigert, noch beiden gewährt werden, vielmehr verdiene ihn der Eigentümer nicht, wohl aber der Usufruktuar. Mit andern Worten : die vor Beginn des Ususfrukts vom Eigentümer aufgewendeten Kosten braucht der sie genießende Usufruktuar nicht zu ersetzen, ihm dagegen müssen vom Eigentümer, der in den Génufi der fruchttragenden Sache finito usufructu eintritt, die Kosten ersetzt werden. Den Grund für diese verschiedene Behandlung sucht der Verf. darin, daß der Usufruktuar stets einen Titel habe, die Früchte zu genießen, und zwar auf Kosten des Eigentümers, der Eigentümer dagegen eines solchen Titels, daß ein anderer für ihn die Sache bewirtschafte, entbehre (S. 161). Die Kosten der zu Beginn des Ususfrukts hängenden Früchte stellen eine Modalität der Bestellung des Nießbrauchs dar und können darum keinen Anlaß zum Ersätze geben. Wohl hat der Usufruktuar eben kraft des Nießbrauchs ein Recht auf Genuß fremden Kapitals und fremder Arbeit, nicht aber der Eigentümer ein Recht auf Genuß fremder Arbeit. Ein Ausblick auf BGB. 1055 und 592, ferner das schweizerische und das proponierte ungarische Recht schließt die hübsche dogmengeschichtliche Abhandlung. München. Leopold Wenger.
doi:10.7767/zrgra.1911.32.1.459 fatcat:5oahy4tdkfghzoqcv2yrxg5b6e