Über Anilinochinone und Azin-Derivate derselben

F. Kehrmann, Marcelien Cordone
1913 Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft  
A l l g e m e i n e r Teil. Die Entdecker des Orthochinons in LBsung, J a c k s o n rind K o c h I), .haben bereits beobachtet, daS dieser Kiirper in Chloroform-Losung rnit Anilin erhitzt, dasselbe Dianilino-chinonanilid liefert, welches aus Parachinon mit Anilin und Eisessigliisung entsteht '). Gelegentlich einer Versuchsreihe, die wir zu dern Zweck unternommen hatten, die von W i l l s t a t t e r und seinenSchiilern entdeckten und naher stiidierten beiden festen Modifikationen des
more » ... onen des Orthochinons kennen zu lernen, hatten wir auch die Hypothese in Erwagung gezogen, die rote stabilere Modifikation k6nne moglicherweise ein Chinhydron sein, eine Annahme, die sich allerdings nicht bestatigt hat. Diese Idee war durch den Umstand nahegelegt worden, da13 die Krystalliaation des roten Chinons in einer vie1 Brenzcatechin enthaltenden Losung erfolgt. Genaue Messungen des Oxydationswerts unter Anwendung der an den Zweck angepaBten hlethode von W i l l s t a t t e r und h f a j i m a 3 ) haben den sicheren Beweis erbracht, d a b die roten Krystalle holochinoid sind;). Wir stirnmen jedoch mit W i l l s t i i t t e r nicht in der Ansicht uberein, daB die zweite labilere Modifikation des Orthochinons f a r b l o s sei. Unserer Auffassung der Beobachtungen nach handelt es sich um dimorphe Formen d e s s e l b e n Kiirpers, die identische Losungen liefern und in festem Znstnnde infolge verschiedener Ausbildung der Krystalle verscbiedenfarbig erscheinen.
doi:10.1002/cber.19130460377 fatcat:gubnes4yufhqlbw6j6tn7m5ucu