Die Dichotomie der Expansion [chapter]

2020 Bildungspraktiken der Aufklärung / Education practices of the Enlightenment  
Zusammenfassung: Für eine kurze Zeitspanne im frühen 18. Jahrhundert hattedie StadtDanzigeine hervorgehobene Stellunga ls Schnittstelle der Gelehrsamkeit im Ostseeraum inne. Die in der Frühen Neuzeit faktisch autonome Handelsmetropole entwickeltes ich nicht nur zu einer der bevölkerungs-reichstenS tädte Ostmitteleuropas,s ondern auch zu einem überregional bedeutsamenI nformationsund Kommunikationszentrum. Befördert wurde die Herausbildung lebhafter frühaufklärerischer Strukturen ferner
more » ... ren ferner vonDanzigsUnversehrtheit während des DreißigjährigenKrieges, als die Stadtein bevorzugtesZ iel für Menschen darstellte, die vord en Auseinandersetzungenf lohen. Geopolitische Faktoren trugena uch ab dem ausgehenden 17.J ahrhundert zur weiteren AufwertungD anzigs als gelehrtem Knotenpunkt bei. Eine entscheidende Rolle spielte dabei der Aufstieg des Russischen Reiches unterPeter I., der jedoch ambivalente Folgen nach sich zog: Vorübergehend kreuztensich zwar viele Wege in Danzig -allen voranwährend des dortigenAufenthalts des Zaren im Jahr 1716.Auf lange Sicht führtedas veränderteMachtgefüge Nordosteuropas aber zum politischenBedeutungsverlust der Stadt und schließlich zum Ende ihrer Unabhängigkeit. Schlagwörter: Danzig; 18. Jahrhundert; Aufklärung; Knotenpunkt; Gelehrsamkeit; ZarPeter I. Abstract: Forashort period in the early18th century the city of Gdańsk held anotable position as an intersection of scholarship within the Baltic Sea region. Actingasanautonomous state,the commercial metropolis not onlybecame one of the most populous cities in East-Central Europe in the Early Modern times,but also asignificant centrefor information and communication. Havingescaped the ravageso ft he Thirty Years' War, Gdańsk had experienced ac ulturala wakening during the Pre-Enlightenment era, when the city became ap referredd estination for war refugees.S incet he late1 7th century the status of Gdańsk as an established intersection of scholarship also contributed to shifts of ag eopolitical nature. In this context the rise of the Russian Empireu nder Peter Ip layedamajor rolei nthe city'semergencew hich, perversely, led to ambivalence.S owhile manyp aths temporarily intersected in Gdańsk, mainlyb ecause the Tsar'sr esidence was therei n1 716; the change of power structures in North East Europe, in the long term, led to the loss of the city'sp olitical significance and, finally, to the end of its independence.
doi:10.1515/9783110671827-003 fatcat:5bbjsvcnt5byxeaxdnhim6pfmy