Der antiseptische Werth der Silberlösungen und Behandlung von Milzbrand mit Silberlösungen (Schluss aus No. 37.)

1887 Deutsche Medizinische Wochenschrift  
B. Versuche an Thieren. Bisher ist der Beweis nicht gelungen, dass der Krankheitsverlauf bei Thieren, welche mit Milzbrand inficirt wurden, durch irgend ein chemisch wirkendes Medicament günstig beeinflusst werden kann. Davaine hat zwar behauptet, durch Jod-Präparate dies leisten zu können. Nach der von Koch im 1. Band der Mittheilungen aus dem Reichs-Gesundheitsamt (pag. '268) ausgeübten Kritik sind aber über die heilende Wirkung der Jod-Präparate bei Muzbrand keine weiteren Mittheilungen
more » ... Mittheilungen bekannt geworden. Jedoch es steht nicht nur der Beweis dafür aus, dass es möglich ist, durch ein chemisches Mittel Milzbrand zu heilen, es konnte bisher auch der Beweis nicht geliefert werden, dass man überhaupt im Stande ist, durch ein chemisches Agens im lebeuden Thierkörper die Entwickelung der Milzbrandbacillen aufzuhalten. Die negativen Resultate der Versuche Koch's in dieser Hinsicht sind bekannt, und sie sind reichlich für die Ansicht ausgenutzt worden, dass eine Antisepsis im lebenden Körper überhaupt nie möglich sein wird. Unter Berücksichtigung dieser Sachlage glaube ich für die Resultate meiner Thierversuche einiges Interesse in Anspruch nehmen zu können.
doi:10.1055/s-0029-1197962 fatcat:zedf43cudjc27dkjcqoxem746m