"Rente mit 67"-Befunde zur Erwerbssituation älterer Arbeitnehmerinnen

Barbara Zimmer, Verena Leve, Gerhard Naegele, Barbara Zimmer, Verena Leve, Gerhard Naegele
2010 unpublished
Zusammenfassung: Das 2007 verabschiedete Altersgrenzenanpassungsgesetz stellt den bisherigen Höhepunkt eines rentenpolitischen Paradigmenwechsels hin zu einem längeren Verbleib im Erwerbsleben dar und geht mit tiefgreifenden Verän-derungen und Leistungseinschränkungen für die Versicherten einher. Ein abschlags-freier Rentenbezug wird künftig für den Großteil der sozialversicherungspfl ichtig Beschäftigten erst mit dem Erreichen des 67. Lebensjahres möglich sein. Um Ren-tenkürzungen bei einem
more » ... zeitigen Renteneintritt und damit teilweise prekäre Ein-kommensverhältnisse im Alter zu vermeiden, sind Arbeitgeber wie Beschäftigte vor neue Herausforderungen gestellt. Insbesondere für Frauen, die strukturell eine schwächere Position auf dem Arbeitsmarkt einnehmen, bestehen hier spezifi sche Unterstützungsbedarfe. Vor diesem Hintergrund wurde im Auftrag der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) vom Institut für Gerontologie an der Technischen Universität Dortmund in Kooperation mit TNS Infratest 2007 eine bundesweite repräsentative Befragung von 1.800 Arbeitnehmerinnen der Geburtsjahrgänge 1947 bis 1964 durchgeführt, die erstmals von der Anhebung der Altersgrenze ab 2012 betroffen sein werden. Neben strukturellen Daten wurden dabei die Einschätzung der derzeitigen Arbeits-und Wei-terarbeitsfähigkeit bis zur Regelaltersgrenze sowie spezifi sche Arbeitsbedingungen bzw.-belastungen erhoben. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass mehr als 40 % der befragten Arbeitnehmerinnen die Voraussetzungen, ihre derzeitige Tätigkeit bis zur für sie geltenden gesetzlichen Altersgrenze ausüben zu können, negativ beurtei-len. Ursachen für eine mäßige bis schlechte individuelle Arbeitsfähigkeit und damit die Gefahr, vorzeitig aus dem Erwerbsleben ausscheiden zu müssen, liegen unter anderem in arbeitsspezifi schen Belastungsformen, die wiederum in bestimmten Branchen und Berufsgruppen kumulieren. Die Schaffung alter(n)sgerechter Arbeits-plätze und die Implementierung einer demografi esensiblen und lebenslauforientier-ten Personalpolitik in den Betrieben können einen Beitrag zur Erhaltung und Förde-rung der Arbeitsfähigkeit dieser Beschäftigten über den Erwerbsverlauf leisten. Schlagwörter: Arbeit · Demografischer Wandel · Arbeitnehmerinnen · Arbeitsbedingungen · Rente · Arbeitsfähigkeit Comparative Population Studies-Zeitschrift für Bevölkerungswissenschaft
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