Arkadische Formen in der Xuthiasinschrift

Karl Meister
1905 Indogermanische Forschungen  
Κ. Meister, Arkadische Formen in der Xuthiasinschrift. 77 Arkadische Formen in der Xuthiasinschrift. Die Bronzetafel, auf deren Yorder-und Rückseite die Xuthiasinschrift 1 ) eingraviert ist, ist bei dem heutigen Dorfe Piali in der Nähe des alten Tegea gefunden worden und stammt, wie mit Recht allgemein angenommen wird, aus dem Tempel der Athene Alea. Doch ist der Dialekt sicher nicht arkadisch, sondern gehört zu der großen sogenannten 'dorischen' Dialektgruppe (Kirchhoff Monatsberichte d. Berl.
more » ... tsberichte d. Berl. Ak. 1870 S. 59), jedenfalls ist Xuthias ein lakedämonischer Periöke gewesen, woran schon Kirchhoff a. a. 0. gedacht und Avas mein Yater in den Berichten d. S. Ges. d. Wiss. 1896 S. 274 und in der Abhandlung "Dorer und Achäer" (Leipzig 1904) S. 51 wahrscheinlich gemacht hat. Xuthias hat die Vorlagen der beiden Urkunden verfaßt, die dann tegeatische Beamte auf unsere Bronze eingraviert haben 2 ). Der Schreiber der Vorderseite scheint ganz genau kopiert zu haben. "Wenigstens entspricht ihr Text in jeder Beziehung dem, was wir sonst von der Sprache der lakonischen Periöken wissen. Dagegen sind auf der einige Zeit später eingravierten Inschrift der Rückseite 3 ) einzelne arkadische Formen nachgewiesen worden, die der weniger genaue Graveur der Rückseite in den 'dorischen' Text hat einfließen lassen (Berichte d. S. Ges. d. Wiss. 1896 S. 273). Denn neben dem 'dorischen' αϊ Ζ. 3, das die Vorderseite Z. 2. 3. 5 hat, bietet sie viermal das arkadische ei Z. 6. 7. 8. 10, und sie enthält in den beiden Formen 201 Z. 3 und 4 die Endung des arkadischen Konjunktivs auf -η, während auf der Vorderseite der 'Doris' entsprechend ei Z. 2 und αποθάνει Ζ. 3 geschrieben ist 4 ).
doi:10.1515/if-1905-0139 fatcat:i6ctvwgi6rdynp5l66hktqlvpu